Versicherer Ergo verzichtet bis 2012 auf Kündigungen

Unternehmensleitung einigt sich mit Betriebsrat

Von Friederike Krieger, Köln

Die Ergo Versicherungsgruppe will bis Ende 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen beim Innendienst und beim angestellten Außendienst verzichten. Darauf einigten sich die Unternehmensleitung und der Betriebsrat nach wochenlangen Verhandlungen und Streiks der Ergo-Angestellten.

Ergo ist Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer. Der Rückversicherer Münchener Rück hat ihn 1997 durch den Zusammenschluss der Versicherer Victoria, Hamburg-Mannheimer, DKV und DAS geschaffen. Der Konzern unter Leitung von Torsten Oletzky kämpft immer noch damit, aus den vier Versicherern eine einheitliche Gruppe zu formen.

Um die Wettbewerbsposition zu verbessern und den Gewinnbeitrag für die Mutter Münchener Rück zu erhöhen, will Ergo bis 2010 rund 180 Mio. Euro an Sach- und Personalkosten sparen. Rund 1800 Stellen will der Konzern dazu abbauen, vor allem bei den drei Versicherern Victoria, DKV und Hamburg-Mannheimer. Darin sind 400 derzeit unbesetzte Stellen bereits enthalten. Zu Beginn der Verhandlungen war noch von einem Wegfall von 1930 Stellen die Rede gewesen.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit den getroffenen Vereinbarungen einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Ergo gemacht haben“, sagt Ulf Mainzer, Personalvorstand der Ergo Versicherungsgruppe. „Vor allem schaffen wir damit eine wesentliche Voraussetzung, unsere Kostenziele zu erreichen.“

Auch der Ergo-Betriebsratsvorsitzende Marco Nörenberg ist mit den Ergebnissen der Verhandlungen zufrieden. Allerdings findet nur der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen seine Zustimmung, nicht aber der Plan, 1800 Stellen abzubauen. „Über die Höhe des Personalabbaus wird im nächsten Jahr noch zu reden sein“, sagt er. Tausende Ergo-Mitarbeiter waren bereits Mitte November gegen die Stellenstreichungen auf die Straße gegangen.

Neben den Kosteneinsparungsplänen hat sich Ergo ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. Bis 2012 will der Konzern seine Prämieneinnahmen von 18 Mrd. auf rund 23 Mrd. Euro steigern. Der Gewinn soll von rund 300 Mio. auf 900 Mio. Euro anwachsen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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