VW holt Nürnberger Versicherung ins Boot

Der Autohersteller VW hat ein Kooperationsabkommen mit der Nürnberger Versicherung unterzeichnet. Künftig sollen rund 250 angestellte Nürnberger-Versicherungsvertreter in mehr als 500 VW-Autohäusern Policen anbieten und die Autoverkäufer im Vertrieb unterstützen. Allerdings darf die Nürnberger dort nicht ihre eigenen Autopolicen vertreiben. Stattdessen verkaufen diese Autohändler wie überall Allianz-Autoverträge. Die Nürnberger-Leute sollen die eigenen Unfall-, Haftpflicht-, Kranken- oder Lebenspolicen anbieten, sagte Karsten Crede, Chef des Volkswagen Versicherungsdienstes. VW hat mehr als eine Million Allianz-Autopolicen im Bestand und will die Zahl rasch weiter ausbauen. „Ziel ist die Bindung des Kunden an das Autohaus“, sagte Crede. Durch den Deal mit der Nürnberger umarmt der Autokonzern einen möglichen internen Konkurrenten. Denn schon bisher hat die Nürnberger Verträge mit rund 100 VW-Konzernhändlern und vertreibt dort Policen – einschließlich der Autoversicherung.

Mit der neuen Vereinbarung hat VW die Aktivitäten der Nürnberger künftig mehr unter Kontrolle. Auch wehrt sich VW dagegen, dass immer mehr Autoversicherer wie die HUK-Coburg eigene Werkstattnetze aufbauen, die nicht unbedingt aus Händlerwerkstätten bestehen. Damit, so die Befürchtung bei VW, wird den Vertragshändlern eine Existenzgrundlage genommen. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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