Mannheimer steigert Gewinn dank Zinswette

Der zur österreichischen Uniqa gehörende Versicherer Mannheimer hat 2008 durch eine Verlängerung seiner Anleihelaufzeiten außerordentliche Erträge erzielt. „Wir haben 2008 eine ganze Reihe von Anleihen, die ausliefen, zu für uns günstigen Zinsen um zehn Jahre verlängert“, sagte Finanzchef Alf Schlegel. Dies schlage sich in einer Höherbewertung der Kapitalanlagen von rund 7 Mio. Euro nieder. Sollten die Zinsen aber in den kommenden Jahren deutlich steigen, würde die Mannheimer diese Zinswette verlieren. Durch sie konnte der Versicherer die Abschreibungen auf Kapitalanlagen in Höhe von 6 Mio. Euro abfedern. Der Gewinn ging trotzdem von 9,0 Mio. Euro auf 0,4 Mio. Euro zurück. Die Mannheimer war 2003 in die Schlagzeilen geraten, weil ihr Lebensversicherer durch die Aktienkrise in die Knie gegangen war und der Bestand an den Notfallversicherer Protektor überging. Kurz danach kaufte Uniqa das Unternehmen. Heute konzentriert es sich auf vermögende Kunden und mittelständische Unternehmen.

„Wir sind erfolgreich in Nischen“, sagte Vorstandschef Helmut Posch. So hat der Versicherer bei Juwelieren 60 Prozent Marktanteil. Zum Konzern gehört die kleine Mamax Leben, zur Wiener Mutter der Krankenversicherer. 2008 beliefen sich die Beiträge ohne Kranken auf 300 Mio. Euro, ein Plus von 1,3 Prozent. Im Fall des betrügerischen Geldtransporteurs Heros gibt es rund 80 Klagen von Heros-Kunden, die von der Mannheimer die Verluste erstattet haben wollen. Bis auf ein Verfahren seien Prozesse bisher zugunsten des Versicherers ausgegangen, sagte Vorstand Marcus Kremer. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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