Axa baut Bankgeschäft in Deutschland aus

Französischer Versicherer buhlt um wohlhabende Anleger

von Herbert Fromme, Bordeaux

Der französische Versicherungskonzern Axa will das Geschäftsvolumen seiner Kölner Axa Bank deutlich erhöhen. „Wir können uns vorstellen, innerhalb der nächsten zwei Jahre den Nettomittelzufluss in Deutschland bis auf 1 Mrd. Euro zu steigern“, sagte Hervé Hatt, Chef der Axa Bank Europe, vor Journalisten in Suduiraut bei Bordeaux. 2008 flossen der Kölner Bank, die 76 000 Kunden betreut, netto 426 Mio. Euro zu. Der Konzern hatte 2000 die Frankfurter Bodenkreditbank von der dänischen Nykredit übernommen. Inzwischen ist das in Axa Bank umbenannte Institut Teil der von Brüssel aus gesteuerten Gruppe Axa Bank Europe.

Axa-Chef Henri de Castries hat sich stets gegen die Übernahme einer Bank durch Versicherer ausgesprochen. Ohnehin gilt dieses Bancassurance-Modell als weithin gescheitert. „Wir haben keine Bank mit einer großen Bilanzsumme gekauft“, sagte de Castries in Suduiraut mit Anspielung auf die Allianz. Auf kleinerer Ebene geht die Axa aber einen ähnlichen Weg wie der deutsche Rivale. Beim Verkauf der Dresdner hatte die Allianz eine kleine Tochter, die Oldenburgische Landesbank, behalten und agiert mit ihr inzwischen unter dem Namen Allianz Bank.

„Wir machen kein Firmengeschäft, keinerlei Investmentbanking, kein Private Banking, und wir halten kein Filialnetz vor“, sagte Hatt. Es gehe darum, die Kundenbasis zu halten und auszubauen sowie Bankangebote als Hebel für langfristiges Sparen in der Lebensversicherung zu nutzen. Geldmarktkonten und andere kurzfristige Anlagen bilden das Hauptgeschäft. Zur Zeit parkten viele Kunden Geld aus abgelaufenen Lebensversicherungen.

Der Vertrieb funktioniere im Wesentlichen über die Axa-Vertreter Auch künftig will die Axa-Bank kein Angebot zum Abschluss von Anlageverträgen im Internet anbieten, wohl aber Kunden die elektronische Kontoführung ermöglichen.

Die Axa Bank Europe ist in fünf Ländern tätig. In Belgien erzielte sie 2008 Nettomittelzuflüsse von 1,8 Mrd. Euro, in Frankreich 617 Mio. Euro und in Ungarn 54 Mio. Euro. In der Schweiz hat sie ihr Geschäft gerade aufgenommen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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