Erdbebenschäden nur in geringem Umfang versichert

Fonds zahlt 8 Mio. Dollar an den Inselstaat

Von Friederike Krieger, Köln

Nach dem verheerenden Erdbeben erhält Haiti kurzfristig 8 Mio. $ aus einer mit der Weltbank konzipierten Police. „Das Beben war stark genug, sodass die volle Versicherungssumme der Erdbebendeckung ausgezahlt werden kann“, teilte die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF) mit. Die Versicherungssumme entspreche dem 20-Fachen der von dem Land gezahlten Prämie von 385 000 $.

Die CCRIF bietet 16 karibischen Ländern Versicherungsschutz bei Hurrikanen und Erdbeben. Das Konsortium trägt Kosten bis zu 10 Mio. $ selbst und hat sich darüber hinaus für 110 Mio. $ auf den internationalen Rückversicherungs- und Kapitalmärkten gegen besonders hohe Schäden abgesichert. Konsortialführer der CCRIF-Rückversicherer ist der Weltmarktführer Munich Re. Auch der Marktzweite Swiss Re steht für das Programm mit ein. Das Geld der CCRIF sei als Soforthilfe für die Regierungen gedacht, um Schäden an der Infrastruktur schnell reparieren zu können, so ein CCRIF-Sprecher.

Die Gesamtschäden des Erdbebens übersteigen die Zahlungen der CCRIF voraussichtlich deutlich. Das Unternehmen Eqecat, das für Versicherer potenzielle Belastungen durch Naturkatastrophen kalkuliert, rechnet mit wirtschaftlichen Schäden in Höhe von Hunderten Millionen Dollar.

Davon ist aber nur ein Bruchteil versichert. „Die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen und versicherten Schäden ist in armen Ländern wie Haiti sehr hoch“, sagt ein Sprecher von Swiss Re. Der Rückversicherer will noch keine Prognose zu den eigenen Belastungen durch das Erdbeben abgeben. Rückversicherer decken Erstversicherer gegen große Schäden ab.

Munich Re rechnet für das eigene Unternehmen mit Kosten im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Hannover Rück sieht versicherte Schäden in Höhe von rund 20 Mio. Euro auf sich zukommen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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