Commerzbank verkauft ihre Bausparkasse

Allianz Dresdner Bauspar geht an W&W-Konzern

Von Herbert Fromme, Köln

Der Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) in Stuttgart hat die Allianz Dresdner Bauspar gekauft. Verkäufer ist die Commerzbank. Sie übernahm das Bausparunternehmen mit Sitz in Bad Vilbel, als sie 2009 der Allianz die Dresdner Bank abkaufte. Die Allianz Dresdner Bauspar gibt ihren Namen auf und wird in die Wüstenrot integriert. Der Standort Bad Vilbel mit 300 Mitarbeitern soll zu rund 90 Prozent erhalten bleiben. In Marktkreisen hieß es, W&W habe rund 130 Mio. Euro gezahlt. Beide Seiten wollten zum Preis nicht Stellung nehmen. Der Verkauf diverser Tochtergesellschaften war Teil der Auflagen der EU für die Genehmigung der Staatshilfen für die Commerzbank.

Die Übernahme bringt der W&W ein Neugeschäftspotenzial von jährlich rund 2,5 Mrd. Euro. Damit steigt ihr Gesamtvolumen auf mindestens 13,5 Mrd. Euro. Doch ist W&W noch immer weit vom Marktführer Schwäbisch-Hall entfernt, der auf rund das Doppelte kommt. Bis 2006 war der heutige W&W-Chef Alexander Erdland dort verantwortlich.

Ihm ist mit der Übernahme ein bemerkenswerter Coup gelungen: Er hat zeitgleich Kooperationsvereinbarungen mit der Commerzbank für deren 1200 Filialen, der Allianz-Vertriebsorganisation mit mehr als 10 000 Vertretern und der Allianz-Tochter Oldenburgische Landesbank geschlossen. Die W&W arbeitet bereits mit der Munich-Re-Tochter Ergo zusammen – einem scharfen Rivalen der Allianz. Auch für deren Vertriebe mit 13 000 Vertretern gibt es eine Vertriebsvereinbarung.

Die Transaktion sei dennoch nicht überraschend gekommen, sagte Erdland. „Wir haben mit der Allianz schon in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet.“ In den Neunzigern traten sie zusammen im Bausparmarkt auf, die Allianz hielt zeitweise 40 Prozent an der Wüstenrot Lebensversicherung.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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