Versicherungskammer Bayern braucht Geduld

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hält an der lange geplanten „Südschiene“ mit der SV Versicherung in Stuttgart fest. Sie würde beiden öffentlichen Versicherern nutzen, sagte VKB-Chef Friedrich Schubring-Giese. Zwar sehe die Politik das Thema vor dem Hintergrund der Landesbankenproblematik, auch müssten alle Unternehmen zuerst ihre Hausaufgaben machen. Aber, so Schubring-Giese: „Wir sind auf die Zukunft gut vorbereitet und grundsätzlich aufnahmefähig.“ Dabei beschränkt sich der größte öffentliche Versicherer, der seine Prämieneinnahmen 2009 um 6,4 Prozent auf 6,3 Mrd. Euro steigern konnte, nicht auf Stuttgart. Auch andere Gesellschaften in- und außerhalb des Sparkassenlagers könnten für ihn interessant sein. In der Lebensversicherung verteidigte Schubring-Giese das Einmalgeschäft, das um 32 Prozent auf 1 Mrd. Euro Beitrag stieg. Es war entscheidend für das Wachstum in der Lebensversicherung von 9,9 Prozent auf 2,47 Mrd. Euro. Bestandskunden erlitten keine Nachteile, sagte er.

In der Schaden- und Unfallversicherung meldete der bayerische Marktführer Prämieneinnahmen von 1,9 Mrd. Euro, ein Plus von 2,2 Prozent. In der Gebäudeversicherung bietet das Unternehmen mit dem „Klimakasko“ eine Elementarschadendeckung, die auch Schäden durch Vulkanasche aus Vulkanen einschließt. In der Autoversicherung legte die VKB vor allem im Wechselgeschäft zur Jahreswende mit 52 000 neuen Verträgen zu und versichert jetzt 1,5 Millionen Fahrzeuge. Preiserhöhungen stehen nicht ins Haus. „In der Kraftfahrtversicherung sehe ich die Trendwende nicht“, sagte er. Die VKB erhöhte den Gewinn von 75 Mio. Euro auf 136 Mio. Euro. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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