Axa erntet Früchte der DBV-Fusion

Versicherer wächst stark im Beamtengeschäft

Von Ilse Schlingensiepen, Köln

Axa Deutschland rechnet für 2010 mit einer weiteren Steigerung des Konzerngewinns und einem Wachstum im Branchenschnitt. „Wir wollen mindestens den Marktanteil halten“, sagte gestern Frank Keuper, Chef des viertgrößten deutschen Erstversicherers. Für 2010 prognostizierte er einen Anstieg der Beitragseinnahmen zwischen 0 und 1,5 Prozent.

Im Vorjahr konnte Keuper den Markt klar überholen. Die Prämien der deutschen Tochter des Pariser Konzerns stiegen um 4,5 Prozent, während der Markt nur um 4,1 Prozent zulegte. Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, denn jahrelang hinkte Axa in Deutschland beim Umsatz dem Markt hinterher.

Gewonnen hat der Konzern vor allem im Geschäft mit Beamten und anderen Angehörigen des öffentlichen Dienstes: Er steigerte den Umsatz in diesem Segment um saftige 11,8 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro.

Die Übernahme des traditionellen Beamtenversicherers DBV 2007 schlägt sich positiv nieder. In der Assekuranz werden Fusionen sehr kritisch betrachtet, denn die meisten bringen keinen langfristigen Fortschritt in der Marktposition der übernehmenden Gesellschaften. Das ist in diesem Fall anders. Offenbar lohnt sich der Vorstoß in die lukrative Beamtennische, selbst wenn sie mit HUK-Coburg und Debeka bereits gut besetzt ist.

Die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung nahmen um 9,1 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro zu. Der Neugeschäftsbeitrag fiel um 6,5 Prozent auf 361 Mio. Euro. Rund 50 Prozent waren Kapitalisierungsprodukte, bei denen Kunden Gelder kurzfristig anlegen.

In der Schaden- und Unfallversicherung verlor Axa 1,1 Prozent Umsatz auf 3,6 Mrd. Euro. Hier spürte der Konzern den Wettbewerb in der Autoversicherung. Das Kapitalanlageergebnis stieg von 960 Mio. Euro 2008 auf 2,2 Mrd. Euro, der Konzerngewinn von 11 Mio. Euro auf 142 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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