Signal Iduna hält Ausschau nach Fusionspartnern

Versicherer will Position bei Handwerkern ausbauen

Von Herbert Fromme, Hamburg

Der Versicherungskonzern Signal Iduna sucht nach Fusionspartnern, allerdings nicht um jeden Preis. „Es wird im Markt eine Konsolidierung geben“, sagte Vorstandschef Reinhold Schulte. „Wenn das bei einem Unternehmen passt, auch bei der Kultur, dann sind wir offen.“ Allerdings werde Signal Iduna keine Expansion um jeden Preis anstreben. „Mit 5 Mrd. Euro Prämie und 50 Mrd. Euro Kapitalanlagen haben wir eine Größe, mit der wir im Markt ohne Probleme bestehen können“, sagte er.

Signal Iduna hat enge Bindungen zum Handwerk und seinen Verbänden. Deshalb sind alle Versicherer mit einer ähnlichen Kundenbasis interessant. In der Vergangenheit gab es bereits Fusionsversuche mit dem Münchener Verein. Auch die Mannheimer Gesellschaft Inter wurde häufig als Ziel genannt.

Die Gruppe wird von Versicherungsvereinen in Dortmund und Hamburg geführt. Die Deutscher-Ring-Krankenversicherung hatte sich 2009 der Gruppe angeschlossen. Mit der Schweizer Bâloise handelte Signal Iduna nach langem Streit eine Entflechtung der alten Deutscher-Ring-Gruppe aus, die zum Teil der Bâloise gehört. Sie soll bis 2012 vollzogen sein.

Signal Iduna steigerte die Prämieneinnahmen 2009 um 14,2 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss stieg von 60 Mio. Euro auf 70 Mio. Euro und blieb wie bei den meisten Versicherungsvereinen traditionell niedrig. Sie stärken lieber ihre Reservekraft. Aktionäre, die auf Gewinn achten, haben sie nicht.

Das Unternehmen setzt bei der Anlagepolitik auf lang laufende Papiere bis zu 20 Jahren. „Damit erzielen wir auch bei Neuanlagen eine Verzinsung von 4,5 Prozent“, sagte Vorstand Ulrich Leitermann. Er hält das Risiko einer baldigen inflationären Entwicklung für gering. „Wir passen die Laufzeiten unserer Kapitalanlagen an die Laufzeiten der Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden an“, sagte er.

Mit ihrer Politik agiert Signal Iduna anders als der Rivale Gothaer in Köln. Gothaer-Vorstand Jürgen Meisch investiert bewusst kurzfristig, weil er einen baldigen Inflationsschub erwartet. Dann hätten Versicherer mit vielen lang laufenden Papieren hohen Abschreibungsbedarf. Bei den Aktien bleiben jedoch beide vorsichtig. Gothaer hält weniger als zwei Prozent und Signal Iduna rund ein Prozent in Dividendentiteln.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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