Herr Kaiser geht, „Kloppo“ kommt

Der Finanzvertrieb HMI hat einen „Botschafter“: Trainer Jürgen Klopp sollVertreter für die Tochter der Munich Re anwerben

Herbert Fromme

Das Schimpfwort „Kloppertruppe“ für Strukturvertriebe könnte demnächst eine ganz neue Bedeutung bekommen: Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, wirbt ab sofort für den Hamburger Finanzvertrieb HMI, der zur Munich-Re-Tochter Ergo gehört. „Kloppo“ ist in guter Gesellschaft. Bayern-Profi Mario Gomez wirbt als „Riester-Meister“ für Hanse Merkur, Dieter Bohlen für die VHV, Anke Engelke dient der Hannoverschen Leben als Werbeikone.

HMI ist eine Abteilung der Ergo Lebensversicherung, die gerade umstrukturiert: Hamburg-Mannheimer wird als Marke abgeschafft, die Werbefigur Herr Kaiser in Rente geschickt. Dafür kommt jetzt also Kloppo.

Europaweit arbeiten 17 000 Vertriebler für HMI. In Deutschland sind es 10 000, davon 6400 neben- und 3600 hauptberufliche Versicherungsvertreter. Doch wie alle Strukturvertriebe hat HMI Probleme, Nachwuchs zu gewinnen. Die Fluktuation ist hoch, HMI gilt als rabiat bei der Rekrutierung und soll öfters mit Angestelltenverhältnissen geworben, dann aber Vertreterverträge geboten haben.

Klopp, der beim BVB ein Händchen für Nachwuchskicker hat, ist für die „Rekrutierungsmarke“ HMI tätig. Er stehe für „die HMI-Werte Leistung, Respekt, Verantwortung und Spaß“, heißt es.

Am Wochenende nahm der Spaß seinen Anfang. HMI veranstaltete für 2500 Vertreter ein Fußballturnier mit Public Viewing und – Jürgen Klopp. Sein Nebenjob indes dürfte nicht überall gut ankommen. Namenssponsor des Dortmunder Stadions ist Signal Iduna – der Versicherer hält die Mehrheit an OVB, einem direkten HMI-Konkurrenten.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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