Direct Line braucht Hilfe der britischen Mutter

Der Versicherer Direct Line in Teltow profitiert stark von seiner britischen Mutter, der staatlichen Royal Bank of Scotland. Sonst wäre der Direktversicherer noch tiefer in den roten Zahlen als ohnehin schon. Für 2008 hatte die Teltower Tochter trotz eines Vorsteuerplus von 0,3 Mio. Euro einen Gesamtverlust von 25 Mio. Euro eingefahren, der von der Mutter übernommen wurde. Für 2009 veröffentlichte Direct Line kein Jahresergebnis, sondern vermeldete nur im hart umkämpften Markt für Autoversicherungen einen Anstieg der Prämieneinnahmen auf 140 Mio. Euro, nach 128 Mio. Euro im Vorjahr. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Gewinn aus normaler Geschäftstätigkeit vor Steuern von 0,3 Mio. Euro auf 0,5 Mio. Euro. Die Hilfen aus London verstecken sich im Rückversicherungsgeschäft: Direct Line gab 2009 51 Mio. Euro an Rückversicherungsprämie ab, den Großteil an die britische Obergesellschaft. Im Vorjahr waren es 54 Mio. Euro.

Als Kostenbeteiligung, den sogenannten Rückversicherungsprovisionen, flossen den Teltowern 2008 satte 36 Mio. Euro zu. 2009 waren es immer noch 21 Mio. Euro – das meiste davon kam aus London. Das entspricht einem Provisionssatz von 43 Prozent. Branchenüblich sind weniger als 20 Prozent. Direct Line wollte zu den Zahlen nicht Stellung nehmen. Herbert Fromme

 

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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