Mehr Menschen in gefährlichen Zonen

Erdbeben kommen die Assekuranz teuer zu stehen. Das Northridge-Erdbeben in den USA im Jahr 1994 war mit 20 Mrd. Dollar bislang der viertgrößte Versicherungsschaden der Geschichte. Teurer kamen nur die Hurrikans Katrina 2005 und Andrew 1992 sowie der Anschlag auf das World Trade Center 2001. Allerdings ist die Erde ständig in Bewegung. Etwa zehnmal am Tag registrieren Seismografen Erdbeben der Stärke drei. Diese richten kaum Schäden an. Auch heftige Erschütterungen sind nicht selten. Jedes Jahr kommt es zu 15 bis 20 Beben mit einer Stärke von mindestens sieben, häufig in dünn besiedelten Gebieten. Aber in tektonisch instabilen Regionen siedeln sich immer mehr Menschen an. Nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re haben 360 verheerende Erdbeben in den vergangenen 40 Jahren mehr als eine Million Menschenleben gekostet, fast die Hälfte im vergangenen Jahrzehnt.

Die Katastrophe in Haiti im Januar 2010 tötete mehr als 220 000 Menschen. In den Bilanzen der Assekuranz schlug sich das Desaster kaum nieder. Weil sich in dem armen Land kaum jemand eine Deckung leisten kann, zahlten die Versicherer nur rund 150 Mio. Dollar.Anja Krüger

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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