Lebensversicherer knicken beim Kostenausweis ein

Branche will Ertragsminderung als Maßstab veröffentlichen

Herbert Fromme , Köln

Lebensversicherer wollen künftig deutlicher ausweisen, welche Kosten ihre Kunden tragen müssen. Als Kennziffer dient dabei die sogenannte Ertragsminderung, auch Reduction in Yield (RIY) genannt. Das geht aus einer unverbindlichen Empfehlung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für Mitglieder hervor, die der FTD vorliegt. Der Marktführer Allianz will heute ein eigenes System mit kleinen Abweichungen von dieser Empfehlung vorstellen.

Mit der Empfehlung vollzieht der GDV eine Kehrtwende. 2008 hatte er als Kennziffer den Renditeeffekt vorgeschlagen und die RIY-Methode abgelehnt. Der Renditeeffekt ließ aber große Kostenblöcke außen vor. Die Lebensversicherer werden seit Jahren von Verbraucherschützern und EU-Kommission attackiert, die ihnen eine intransparente Kostendarstellung vorwerfen. Das Thema ist im Wettbewerb mit anderen Sparprodukten wie Fonds von großer Bedeutung.

Gleichzeitig versucht die Branche, weiter gehende Offenlegungspflichten – die in Brüssel und Berlin vorbereitet werden – zu verhindern. Die seit 2008 geltenden Transparenzregeln reichen Verbraucherschützern nicht.

Künftig wollen die Versicherer eine angenommene Wertentwicklung für eine Lebenspolice darstellen und dann zeigen, um wie viel die Kosten diese Rendite reduzieren. Das Verfahren deckt nicht nur Vertriebs- und Verwaltungskosten ab, sondern auch die Aufwendungen für die Kapitalanlagen. Bestimmte Ausgaben wie Performance-Fees für Fonds, die sich gut entwickeln, bleiben aber außen vor.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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