Preise für Rückdeckung sinken weiter

Katastrophenschutz ist billiger als im Vorjahr

Herbert Fromme , Köln

Rückversicherer müssen nach Ansicht der Rückversicherungsmakler Willis Re und Guy Carpenter auch 2011 mit sinkenden Preisen leben. In den Vertragserneuerungen zum 1. Januar 2011 seien die Prämien für Katastrophendeckungen weltweit um 7,5 Prozent gesunken, teilte Guy Carpenter mit. Willis geht auch von einer Absenkung zwischen fünf und zehn Prozent aus. Guy Carpenter gehört zu Marsh & McLennan und ist weltweit nach Aon Re der zweitgrößte Spezialmakler, Willis Re ist die Nummer drei.

Mit Katastrophendeckungen sichern sich Erstversicherer wie Zurich oder Provinzial gegen schwere Schäden durch Stürme, Starkregen und Hagel bei Spezialisten wie Munich Re oder Hannover Rück ab. Katastrophendeckungen gelten als guter Indikator für den gesamten Rückversicherungsmarkt. Bereits im Vorjahr gingen die Preise um sechs Prozent zurück. Hoffnungen der Branche auf eine Erholung angesichts der Finanzkrise und hoher Schäden erfüllen sich damit erneut nicht.

Hauptgrund sei die Überkapitalisierung der Branche, so die Makler. Die Rückversicherer haben heute rund 19 Mrd. Dollar oder elf Prozent mehr Eigenkapital als in vergleichbaren Marktsituationen, hat Guy Carpenter errechnet. Mehr Eigenkapital bedeutet, dass die Gesellschaften mehr Risiken übernehmen können. Während das Angebot so steigt, stagniert die Nachfrage, und die Preise sinken.

Inzwischen suchen Rückversicherer nach Alternativen. „Sie sind enorm unter Druck, ihren Aktionären Kapital zurückzugeben“, sagte Guy-Carpenter-Manager David Flandro. Mittelfristig könnten die Prämien wieder steigen, sofern durch Zusammenschlüsse die Zahl der Wettbewerber sinke. Fusionstreiber sei die niedrige Börsenbewertung der meisten Rückversicherer.

 

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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