DVB Bank warnt trotz Rekordgewinn

Institut sieht weitere Probleme für Schifffahrt

Patrick Hagen , Frankfurt

Der Transportfinanzierer DVB Bank hat das vergangene Jahr mit einem Rekordgewinn beendet, warnt aber vor weiteren Verwerfungen in der Schifffahrt. Der Konzerngewinn stieg um 36,7 Prozent auf 104 Mio. Euro. Die Bank habe von einer „überraschend starken Wiederbelebung in der Transportwirtschaft“ profitiert, sagte Vorstandschef Wolfgang Driese.

Aus der Situation bei der strauchelnden Bremer Schwergutreederei Beluga drohe der Bank nur ein geringes Risiko, sagte der Schiffsfinanzierungsvorstand Dagfinn Lunde. Mit der insolventen Reederei Korea Line (KLC) hat die Bank keine direkten Geschäfte gemacht. Allerdings habe sie einzelne Schiffe finanziert, deren Eigner Charterverträge mit KLC abgeschlossen hätten. Diese hätten jetzt um Stundungen bei der Darlehensrückzahlung gebeten.

Die Schiffsfinanzierung ist das größte Segment der DVB Bank, die zu der genossenschaftlichen DZ Bank gehört. Daneben finanziert sie Flugzeuge, Züge und Waggons. Die Bank litt deutlich weniger unter der Krise als Konkurrenten wie die HSH Nordbank oder die Commerzbank-Tochter Deutsche Schiffsbank, da sie nur wenig Geschäft mit Emissionshäusern für Schiffsfonds gemacht hatte.

Trotz der verbesserten Marktaussichten in der Containerschifffahrt gebe es noch keine Entwarnung, sagte Driese. „Unsere Arbeitshypothese ist: Wir sind erst zu zwei Dritteln durch die Krise.“ Insbesondere könnten die zahlreichen Bestellungen für neue Schiffe bei den Werften für Verwerfungen sorgen. Es bestünden Verträge über die Ablieferung von 4534 Schiffen allein in diesem Jahr. „Selbst wenn das noch geglättet wird, wird das noch ein schwieriges Jahr.“

Das gesamte Neugeschäft der Bank stieg von 2,8 Mrd. Euro auf 4,5 Mrd. Euro. Die Margen im Kreditgeschäft seien mit 327 Basispunkten immer noch attraktiv, wenn auch schwächer als 2009. Die Bank profitierte davon, dass sich viele Konkurrenten in der Krise vom Schiffsgeschäft verabschiedeten. „Es wird viel geklappert, wir sehen aber nicht, dass der Wettbewerb in großem Maße zurückkommt“, sagte Driese. „Einer jubelt schon, wenn er 1,5 Mrd. Neugeschäft macht, dabei reicht das nicht einmal, um das Portfolio zu halten“, sagte er mit einem Seitenhieb auf die HSH Nordbank.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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