Katastrophen belasten Versicherer

Schäden kosten Assekuranz 2010 deutlich mehr als zuvor

Friederike Krieger , Köln

Die Katastrophenschäden im Jahr 2010 kommen die Assekuranz teuer zu stehen. Laut einer Studie des weltweit zweitgrößten Rückversicherers Swiss Re musste die Versicherungswirtschaft für naturbedingte und menschengemachte Unglücke rund 43 Mrd. Dollar (30,6 Mrd. Euro) aufbringen – über 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Die beiden teuersten Ereignisse waren die Erdbeben in Chile und in Neuseeland. Sie verursachten versicherte Schäden von rund 8 Mrd. Dollar und 4,4 Mrd. Dollar.

Rückversicherer haben solche Großschäden genau im Blick. Da sie Erstversicherern einen Teil der Risiken abnehmen, sind auch ihre eigenen Finanzen betroffen. Zudem sind hohe Katastrophenschäden für sie ein Argument, die Preise zu erhöhen.

2011 erwartet Swiss Re überdurchschnittlich hohe Erdbebenschäden wegen der Katastrophen in Japan und Neuseeland. „Obwohl sich bei den weltweiten Erdbebenaktivitäten kein langfristig steigender Trend abzeichnet, nehmen die durch Erdbeben verursachten Todesfälle und Versicherungsschäden zu“, sagt Studienmitautor Balz Grollimund. Grund sei Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum in seismisch aktiven Regionen.

Die wirtschaftlichen Schäden aus Katastrophen beliefen sich 2010 auf 218 Mrd. Dollar und haben sich damit mehr als verdreifacht. Rund 304 000 Menschen starben.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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