Munich-Re-Tochter Ergo setzt sich ehrgeizige Gewinnziele

Mutterkonzern will Steigerung sehen // Probleme im Ausland

Herbert Fromme , Düsseldorf

Der Versicherer Ergo setzt sich ehrgeizige Gewinnziele für 2011 – auch wenn die steigenden Zinsen die Gesellschaft Geld kosten könnten. Im laufenden Jahr will Ergo-Chef Torsten Oletzky einen Nettogewinn von 450 Mio. Euro bis 550 Mio. Euro einfahren. Im Vorjahr waren es 355 Mio. Euro, was immerhin einer Verdoppelung des schwachen Ergebnisses von 2009 entsprach.

Die Mutter Munich Re will höhere Gewinne sehen. Der weltgrößte Rückversicherer musste wegen der Naturkatastrophe in Japan gerade erst seine Gewinnprognose von 2,4 Mrd. Euro für 2011 kippen. Damit ein halbwegs akzeptables Ergebnis rauskommt, muss auch Ergo einen Beitrag liefern.

Leicht wird das nicht: Mit komplexen Finanzprodukten sichert sich Ergo seit Jahren gegen die Niedrigzinsphase ab. Das hat das Ergebnis 2010 und in den Jahren davor gestützt. Jetzt aber steigen die Zinsen. Dann werden die Instrumente den Versicherer Geld kosten. Doch Konzernchef Torsten Oletzky stört das nicht. „Ich habe lieber eine Abschreibung 2011 und dann langfristig steigende Zinsen als dauerhaft sinkende Zinsen“, sagte er. Für Lebensversicherer seien höhere Zinsen jetzt essenziell.

Probleme hat Ergo weiter in der deutschen Lebensversicherung, wo das Unternehmen mit seinem Marktanteil hinterherhinkt. Die Schaden- und Unfallsparten laufen gut: Für Schäden sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten gab Ergo 2010 nur 90,3 Prozent der Beiträge aus, nach 88,3 Prozent ein Jahr zuvor.

Handlungsbedarf hat das Unternehmen im Ausland. Dort lag die Schaden- und Kostenquote zusammen bei 107,9 Prozent. Die Gründe laut Ergo: Der intensive Wettbewerb in der Türkei, der lange Winter und Überschwemmungen in Polen sowie eine Aufsicht in Südkorea, die Preiserhöhungen fast unmöglich machten.

Gerade hat Ergo den zweiten Teil der 2010 begonnenen Marken- und Transparenzoffensive gestartet. Die Kritik an der Kampagne sei kleinlich, sagte Oletzky. „Wir werden unser Markenversprechen 2011 einlösen.“

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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