Aufräumarbeiten für die Börse kosten Talanx 400 Mio. Euro

Versicherer erwartet verbessertes Ergebnis für 2011

Herbert Fromme , Hannover

Deutschlands drittgrößter Versicherer Talanx hat 2010 knapp 400 Mio. Euro für die Abarbeitung von Altlasten ausgegeben. „Wir haben das Haus sauber gemacht“, sagte Konzernchef Herbert Haas. Schließlich wolle man – möglicherweise 2012 – an die Börse gehen und ein besenreines Unternehmen präsentieren. Allein 220 Mio. Euro entfielen auf Abschreibungen und andere Lasten des Lebensversicherers Aspecta, den Talanx mit HDI-Gerling Leben fusioniert hat.

Haas sagte, auch 2011 sei ein schwieriges Jahr. Die Belastungen aus Naturkatastrophen beliefen sich allein im ersten Quartal auf 675 Mio. Euro. Allerdings sollen die Ergebnisse besser als 2010 ausfallen, als es einen Gewinneinbruch von 485 Mio. Euro auf 220 Mio. Euro gab.

Haas bestätigte, dass die Gruppe im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft 245 Mio. Euro jährlich einsparen will. Die Zahl der Stellenstreichungen wollte Deutschland-Chef Heinz-Peter Roß nicht nennen. Der Umsatz soll 2011 um drei Prozent zulegen, 2010 war er um neun Prozent auf 22,9 Mrd. Euro gestiegen.

Haas warnte vor einer Umschuldung Griechenlands. „Das würde zu einem nachhaltigen Vertrauensverlust für die Euro-Zone mit weiteren Konsequenzen für das griechische Bankensystem, das deutsche Bankensystem und die Versicherer führen“, sagte er. Zwar hat Talanx nur knapp 1,1 Mrd. Euro der 83,4 Mrd. Euro an Kapitalanlagen in Anleihen südeuropäischer Staaten und Irlands. Aber die Gruppe befürchtet mögliche Folgewirkungen einer Umschuldung. Haas ist optimistisch. „Die Politik verteidigt den Euro bis zur letzten Patrone.“

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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