HUK wirft Allianz Täuschung vor

Lockangebote irritieren laut HUK-Chef die Verbraucher

Herbert Fromme , München

Die HUK-Coburg hat der Allianz vorgeworfen, mit ihren neuen Autoversicherungspolicen die Verbraucher zu täuschen. „Das erinnert mich an die Radiowerbung ,60 Prozent auf alle frei geplanten Küchen'“, sagte Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstand der HUK-Coburg gestern und unterstellte dem Rivalen damit Lockangebote. Der Streit zeigt, dass der Kampf um Marktanteile in der Autoversicherung trotz einer leichten Entspannung bei den Preisen unvermindert heftig ist.

Die Allianz will wieder in die Offensive, nachdem sie 2010 die Marktführerschaft in der Autoversicherung an die HUK-Coburg verlor. Die Allianz biete einen auf die absoluten Notwendigkeiten reduzierten Basistarif, behauptete Heitmann. „Der wird dann in Vergleichen und Rankings vorne stehen“, sagte er. „Dann muss man alles in Paketen dazu wählen. Da wird die Autoversicherung ab 150 Euro angeboten, man kommt aber am Ende doch wieder bei 350 Euro oder 400 Euro raus.“

Die HUK-Coburg hatte Ende 2010 8,68 Millionen Fahrzeuge versichert, 360 000 mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahl umfasst Mopeds und Mofas. Ohne sie lag der Bestand bei 8,4 Millionen, die Allianz hatte knapp 8,2 Millionen. Wegen Winterschäden und niedrigen Preisen musste auch die HUK-Coburg einen technischen Verlust melden. Die Schaden- und Kostenquote in Auto stieg von 94,9 Prozent auf 102,3 Prozent der Beiträge. Der Markt kam auf 107 Prozent. Inzwischen gingen die Preise im Durchschnitt im Neugeschäft leicht nach oben, aber der Preiskampf sei nicht vorbei, sagte Vorstandschef Wolfgang Weiler.

Heftige Angriffe richtete er gegen das Online-Vergleichsportal Check24. HUK-Coburg hat gerade zusammen mit der Talanx-Tochter HDI Direkt und der WGV die Mehrheit am Check24-Konkurrenten Aspect Online übernommen. „Wir wollen den Wettbewerb bei den Portalen wieder herstellen“, sagte Weiler. Ein Portal habe eine dominierende Stellung erreicht. „Dieser Nahezu-Monopolist diktiert das Marktgeschehen. Je größer seine Marktmacht wird, desto mehr Provisionen nimmt er.“ Heute liege das Niveau dabei bei 75 Euro bis 100 Euro je Police.

Der Konzern erhöhte seine gesamten Prämieneinnahmen 2010 um 2,7 Prozent auf 5,06 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss ging um 10,8 Prozent auf 319 Mio. Euro zurück.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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