Signal Iduna übernimmt Kontrolle bei Formaxx

Darlehen wird in Aktien umgewandelt // Neuer Chef ernannt

Herbert Fromme , Köln

Der Dortmunder Versicherer Signal Iduna greift beim Vertrieb Formaxx in Hannover durch. Neuer Formaxx-Chef wird Jens Geldmacher, bislang Vorstand bei der Signal Iduna. Zudem wird sich Signal Iduna mit bis zu 25 Prozent an Formaxx beteiligen. Der 47-jährige Geldmacher löst den Gründer und Ex-MLP-Manager Eugen Bucher ab. Bucher, Oliver Sünneke und Jörg Jacob bleiben im Formaxx-Vorstand.

Damit versucht der Konzern, zu retten was zu retten ist. Der Krankenversicherer Deutscher Ring, seit 2009 Teil von Signal Iduna, hatte die Formaxx-Gründung 2007 mit Darlehen von mindestens 20 Mio. Euro gefördert. Später flossen weitere Hilfen. Jetzt wird Signal Iduna einen Teil dieser Forderungen in Aktien wandeln.

Gegründet wurde Formaxx als Alternative zu den Vertrieben AWD und MLP. Doch das Unternehmen erfüllte die hohen Erwartungen nicht. Ein Grund dafür war die Finanzkrise. Kunden sind seit den Turbulenzen weniger bereit, sich auf lang laufende Lebensversicherungen, das Kerngeschäft aller Vertriebe, einzulassen. Formaxx hatte Vertreter mit hohen Garantiezusagen abgeworben und leidet deshalb besonders.

Der Einstieg eines Versicherers bei einem Vertrieb hat Vorbilder: AWD gehört der Swiss Life, MLP hat Versicherer als Aktionäre. Dennoch ist der Schritt riskant, weil er die von den Vertrieben propagierte Unabhängigkeit infrage stellt. Signal Iduna kontrolliert auch den Vertrieb OVB. In der Branche war über eine Fusion von OVB und Formaxx spekuliert worden. Die dürfte erst einmal vom Tisch sein.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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