Prämienschmelze für öffentliche Versicherer

Ende des Booms mit Verträgen gegen Einmalbeitrag

Anja Krüger , Düsseldorf

Die öffentlichen Versicherer rechnen für 2011 mit einem Rückgang der Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro. Hintergrund ist das Ende des Booms der Policen gegen Einmalbeitrag. Der Verband der öffentlichen Versicherer erwartet, dass sich das Geschäft auf dem Niveau von 2008 oder 2009 einpendelt. „Wir gehen davon aus, dass die laufenden Beitragseinnahmen stabil bleiben“, sagte Harald Benzing, Vorsitzender des Ausschusses Leben des Verbands und Vorstand der Versicherungskammer Bayern.

Während der Krise haben viele Anleger Geld bei Versicherern kurzfristig geparkt, um Kapital gleichzeitig sicher und zu verhältnismäßig hohen Zinsen anzulegen. Der Boom mit diesen Verträgen hat der Branche über die Flaute im Kerngeschäft geholfen, dem Verkauf von Policen gegen laufenden Beitrag. Das ist jetzt vorbei. Die öffentlichen Versicherer verzeichnen im ersten Quartal ein rückläufiges Neugeschäft. Die Zahl der Verträge sank um 6,9 Prozent und der Neubeitrag sogar um 54 Prozent. Darunter versteht der Verband den Einmalbeitrag und die Jahresprämie bei Verträgen gegen laufenden Beitrag. 2010 nahm die Gruppe 52,5 Prozent der Beiträge in Höhe von 19,7 Mrd. Euro in der Lebens-Sparte ein. Das Neugeschäft stieg um knapp 54 Prozent.

Öffentliche Versicherer arbeiten regional unter Namen wie Provinzial oder Sparkassen Versicherung und verkaufen vor allem über die Sparkassen, denen sie oft gehören. Als Gruppe sind sie nach der Allianz der zweitgrößte Block im Lager der Erstversicherer. 2010 haben sie ihren Marktanteil um 0,7 Prozentpunkte auf 11,2 Prozent steigern können. „Wir werden unseren Marktanteil Jahr für Jahr weiter ausbauen“, sagte der Verbandsvorsitzende Friedrich Schubring-Giese, der Chef der Versicherungskammer Bayern ist.

Der Gewinn der Gruppe ist 2010 um 10 Mio. Euro auf 802 Mio. Euro vor Steuern gefallen. Die Öffentlichen sind Marktführer in der Gebäudeversicherung und haben unter vielen frostbedingten Schäden gelitten.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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