Allianz sorgt sich um Italien

Der weltgrößte Versicherer Allianz sieht die Turbulenzen um italienische Staatsanleihen als Marktübertreibungen. „Es gibt keinen realökonomischen Grund für das plötzliche tiefe Misstrauen in die Zahlungsfähigkeit Italiens“, sagte Konzernchef Michael Diekmann am Freitag bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Der Versicherer hat vor allem über seine Tochter RAS 30 Mrd. Euro in italienischen Anleihen angelegt, deutlich mehr als 18 Mrd. Euro in Frankreich und 13 Mrd. Euro in Deutschland. Die Krise um die Staatsanleihen wirkte sich auch auf das Halbjahresergebnis negativ aus. Die Allianz schrieb alle Griechenland-Anleihen auf den Marktwert ab, das kostete 644 Mio. Euro. Nach Beteiligung der Kunden und dem Steuereffekt schlug sich das mit 326 Mio. Euro im Ergebnis nieder. Die Allianz verdiente im ersten Halbjahr operativ 3,96 Mrd. Euro, 1,8 Prozent weniger. Das Konzernergebnis lag mit 1,99 Mrd. Euro um 28 Prozent unter 2010. Für das volle Jahr hält Diekmann an dem Ziel von 7,5 Mrd.

Euro bis 8,5 Mrd. Euro operativer Gewinn fest. Finanzchef Oliver Bäte berichtete, dass der Konzern erstmals seit 2006 im deutschen Schaden- und Unfallgeschäft wieder wächst – vor allem in der Autoversicherung. Die Zahl der Fahrzeuge sei im ersten Halbjahr um zwölf Prozent gestiegen. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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