Verpasste Chance

Die Führungsgremien der deutschen Finanzunternehmen sind trotz der Finanzkrise weiter fest in Männerhand. Das ist das Fazit einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vom Jahresanfang. Das DIW hat die 100 größten Banken und Sparkassen sowie 62 Versicherer unter die Lupe genommen. Besonders in den Vorständen waren 2010 unverändert wenige Frauen, nämlich 2,9 Prozent bei den Bankhäusern und 2,5 Prozent bei Versicherern. In den Aufsichtsräten lag der Anteil bei 16,5 Prozent für die Banken und Sparkassen und bei 11,9 für die Versicherer. Dabei kommen die meisten Vertreterinnen von der Arbeitnehmerseite. Dass nur so wenige Frauen in Toppositionen zu finden sind, steht im Kontrast zum Frauenanteil an der gesamten Belegschaft der Finanzbranche: 57 Prozent sind es bei Banken und Sparkassen und 49 Prozent in der Assekuranz.

Inzwischen hätten Studien belegt, dass Unternehmen mit vielfältig besetzten Vorständen erfolgreicher sind als solche, die mit reinen Männerbastionen operieren, schreiben die Autoren. Die gläserne Decke sei in Deutschland eben stark ausgeprägt. Jonas Tauber

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

Diskutieren Sie mit