Autoversicherer leiden unter Niedrigzinsen

Das niedrige Zinsniveau trifft auch die Autoversicherer deutlich. Sie sind deshalb trotz des scharfen Konkurrenzkampfs bereit, die Preise zu erhöhen. Das sagte Michael Pickel, Vorstandsmitglied der Hannover Rück, auf einer Fachtagung in Köln. Er erwartet für 2012 Prämien von 21,6 Mrd. Euro für die Branche, nach 20,9 Mrd. Euro 2011. Pickel verglich die Kapitalerträge des Jahres 1999, in dem die Preise ähnlich niedrig waren wie in jüngster Vergangenheit, mit 2011. „1999 konnten die deutschen Autoversicherer noch 3,1 Mrd. Euro an Investmenterträgen verbuchen, 2011 waren es 1,9 Mrd. Euro“, sagte Pickel. Das Ergebnis: Betriebswirtschaftlich erzielten die Versicherer im Jahr 2011 marktweit in der Sparte nur noch 500 Mio. Euro Gewinn, 1999 waren es noch 1,1 Mrd. Euro gewesen. In der Autoversicherung haben die Gesellschaften sehr hohe Schadenreserven, weil sie viele Langfristschäden wie Renten für Unfallopfer zahlen müssen. Laut Pickel zeigt der aktuelle Preistrend nach oben.

Am Tiefpunkt 2010 betrug das technische Ergebnis – Schadenaufwand und Kosten im Verhältnis zu Prämien, aber ohne Kapitalerträge – 107,7 Prozent der Prämien, war also tiefrot. 2011 lag es bei 106,6 Prozent, für 2012 erwartet Pickel 104,5 Prozent. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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