Versichert und verkauft

Ein neues Buch enthüllt die Methoden der Assekuranz

Die Versicherungswirtschaft hat einen schlechten Leumund, nicht nur wegen Skandalen wie der berüchtigten Sex-Party in Budapest, zu der Ergo seine Topverkäufer eingeladen hat. Das Verhältnis zwischen Versicherern und Verbrauchern ist erschreckend ungleich. Die Branche missbraucht ihre Macht, Anleger und Verbraucher stehen ihr ohnmächtig gegenüber. Das ist die These des gerade erschienenen Buches „Die Angstmacher. Wie uns die Versicherungswirtschaft abzockt“ von Anja Krüger. Darin geht es um eine Branche mit viel Geld und Einfluss, deren langer Arm bis in Politik und Wissenschaft reicht. Eine Branche, die viele Geheimnisse hat und Verträge anbietet, die kaum einer versteht. Kunden haben selten die Chance, zu begreifen, was sie eigentlich kaufen, meint die Autorin. Auch deshalb kommt es immer wieder zu endlosen Scherereien, wenn Kunden etwa berufsunfähig werden und einfordern, was der Versicherer versprochen hat. Die Autorin schreibt seit vielen Jahren auf den Portfolio-Seiten der FTD über unsinnige und sinnige Angebote, Untiefen im Kleingedruckten und den Versuch der Branche, Grundsatzurteile zugunsten der Verbraucher zu verhindern.ftd

Anja Krüger , Die Angstmacher. Wie uns die Versicherungswirtschaft abzockt, Lübbe Ehrenwirth, 304 S., 16,99 Euro

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

Diskutieren Sie mit