W&W arbeitet Sex-Skandälchen auf

Der Stuttgarter Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot und Württembergische (W&W) will sein angeschlagenes Image durch kundenfreundlichere Leistungsanreize für Vertreter aufpolieren. Das Unternehmen dehnt die Stornohaftzeit für Vermittler bei allen Versicherungen auf fünf Jahre aus. Bei Bausparverträgen gibt es nur die volle Provision, wenn Kunden mindestens drei Jahre zahlen. Außerdem zählt der Konzern künftig die Beschwerden pro Vertreter und Gebietsdirektion. Im Dezember war bekannt geworden, dass Vertreter des Konzerns bei einer Incentive-Reise nach Rio de Janeiro Kontakt zu Prostituierten hatten. Die Vorfälle hatten bei Weitem nicht die Ausmaße wie der Skandal um die Sexparty für Vertreter der Ergo-Tochter Hamburg Mannheimer, sorgten aber für große Aufregung. W&W sei nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorkommnisse in Rio de Janeiro ein „bedauerlicher Einzelfall“ seien, sagte Vertriebsvorstand Ralf Kantak.

„Die W&W-Gruppe hat keine Aktivitäten organisiert oder finanziert, die gegen die Verhaltensregeln der Unternehmensgruppe verstoßen“, sagte er. Künftig gibt es keine Incentive-Reisen mehr. Der Konzern hat die Funktion eines speziellen Compliance-Officer geschaffen, der nur für die Vertriebe zuständig ist. Anja Krüger

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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