Maschmeyer beteiligt Dritte an seinen Investments

Partner des Finanzunternehmers müssen Millionen mitbringen

Herbert Fromme , Steffen Klusmann und Jennifer Lachman, Hamburg

Der millionenschwere Finanzunternehmer und langjährige AWD-Chef Carsten Maschmeyer plant die Öffnung seiner beiden privaten Investmentfirmen Alternative Strategic Investments (Alstin) und Paladin für Dritte. Das kündigte er im Interview mit dem FTD-Schwestermagazin Capital an. „Wir werden uns für Dritte öffnen. Wir sind in Vorbereitung, die Lizenzen zu besorgen“, sagte Maschmeyer. Er plane, Investoren lediglich projektbezogen zu beteiligen. Das Engagement solle „nicht unter 5 Mio. Euro“ betragen, um die Gesellschafterstruktur nicht zu verkomplizieren.

Seine Firmen Paladin und Alstin verwalten bislang Maschmeyers eigenes Vermögen. Bei Paladin, von Maschmeyer als seine „Handelsabteilung“ bezeichnet, liege zurzeit ein „neunstelliger Betrag und die erste Zahl ist keine Eins“. Paladin setzt laut Maschmeyer auf unterbewertete Aktien und ist an börsennotierten Firmen beteiligt. Alstin steigt dagegen ausschließlich bei Unternehmen ein, die nicht notiert und somit für andere Investoren nicht zugänglich sind. Beteiligungsschwerpunkte sind Unternehmen aus den Branchen erneuerbare Energien, Medizintechnik und Internet. In sein altes Metier Finanzvertrieb will Maschmeyer nicht mehr zurückkehren.

Vor fünf Jahren hatte er bereits seine AWD-Anteile an den Schweizer Lebensversicherer Swiss Life verkauft und sich von weiteren Beteiligungen getrennt. „Selbst meinen Anteil an MLP habe ich längst auf null reduziert. Ich bin nicht mehr in der Finanzvermittlungsbranche engagiert.“

Maschmeyer sieht sich als „antizyklischer Risikostreuer“, der nie alles auf ein Pferd setzt und nicht mit der Masse geht. So habe er den Facebook-Hype nicht mitgemacht. Bei Sachwerten bevorzugt er physisches Gold und Wohnimmobilien. Selbst mit Bundesanleihen habe er viel Geld verdient: „Ich konnte mir früher gar nicht vorstellen, dass so ein Papier, zum richtigen Zeitpunkt gekauft, wegen der ständig sinkenden Zinsen auf einmal 140 Prozent wert ist.“ In ein „operatives Korsett“ wolle er sich nie mehr pressen lassen. Er berate Unternehmen, bei denen er engagiert ist, und stelle sein Netzwerk zur Verfügung.

Das komplette Maschmeyer-Interview lesen Sie im Magazin Capital, das am heutigen Donnerstag erscheint.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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