Versicherer kommen günstig davon

Ernteausfall Die Versicherer in den USA werden die Dürre in ihren Ergebnissen zwar zu spüren bekommen. Den Großteil der Schäden wird aber der Staat übernehmen. „Ernteausfallversicherer könnten ihren ersten versicherungstechnischen Verlust seit 2002 schreiben“, heißt es beim Insurance Information Institute. Schon im vergangenen Jahr mussten die Versicherer eine Rekordsumme von 11 Mrd. Dollar für Schäden aufgrund von Fluten, Dürre und Frost an Farmer zahlen. Die Vereinigung der Ernteausfallversicherer National Crop Insurance Services rechnet für 2012 mit ähnlichen Belastungen.

Anders als in den meisten europäischen Ländern können sich Farmer in den USA gegen Ernteausfälle absichern. Rund 80 Prozent des versicherbaren Farmlands sind durch Policen abgedeckt. Die größten drei Ernteausfallversicherer sind ACE, QBE Insurance und Wells Fargo, aber auch die Allianz ist in diesem Feld aktiv, in erster Linie als Rückversicherer. Im Jahr 2011 kam sie mit einem Prämienvolumen von 960 Mio. Dollar auf einen Marktanteil von 7,8 Prozent.

Staatshilfe Die Policen werden vom Staat gefördert. Landwirte können eine sogenannte Multiperil Crop Insurance abschließen, die sie vor Schäden aufgrund von Dürre, Regen oder Frost schützt. Der Staat übernimmt einen Teil der Prämien für die Landwirte, stellt Rückversicherungsschutz für die privaten Anbieter bereit und übernimmt auch Teile der Kosten. Der hohen Anteil des Staates an der Versicherung von Ernteausfällen ist auch ein Grund, warum die Dürre für die Versicherer nicht zum Super-GAU wird. Zwischen 50 Prozent und 80 Prozent der Schäden werden wohl die US-Steuerzahler tragen müssen. So rechnet auch die Ratingagentur Fitch für 2012 mit schlechteren Ergebnissen der Ernteausfallversicherer, erwartet aber nicht, dass die Schäden die Kapitalbasis der Anbieter erschüttern. „Wir glauben, dass die führenden Ernteausfallversicherer in der Lage sein werden, kurzfristige Ernteausfälle zu verkraften und ihre heutige Finanzstärke beizubehalten“, schreibt Fitch in einem aktuellen Bericht. Zum einen seien die Anbieter hinreichend diversifziert. Sie versichern verschiedenste Feldfrüchte an unterschiedlichen Orten in den USA. Zum anderen nehmen ihnen das staatliche Rückversicherungsprogramm und zusätzlich noch private Rückversicherer einen Teil der Risiken ab. Außerdem haben sie in den vergangenen Jahren gut verdient, was ihnen einen Puffer für schlechte Zeiten verschafft hat. So lag die Schaden-Kosten-Quote der Anbieter 2010 bei 73,9 Prozent der Beiträge. Friederike Krieger

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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