Kühl kalkuliert

Hannover Rück

Herbert Fromme

Milliardenschäden aus Japan und Thailand treffen 2011 die Rückversicherungsbranche und damit auch Hannover Rück, die Finanzkrise setzt den Gesellschaften seit vier Jahren zu, und der Mehrheitsaktionär Talanx geht im Zickzackkurs an die Börse. Doch Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin bleibt locker und entspannt. Der drittgrößte Rückversicherer der Welt ist auf Kurs zu einem ordentlichen Gewinn für 2012. Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen 405 Mio. Euro verdient. Das Unternehmen verfolgt eine beinharte Strategie. „Wir bauen unser Geschäft nur in Märkten aus, in denen die Preise stimmen“, sagt Wallin. Umsatzvorgaben gibt es nicht, nur Gewinnziele. „Wir sind und bleiben Kostenführer.“ Die Kostenquote beträgt nur die Hälfte des Branchenschnitts. Der heute 57 Jahre alte Wallin löste im Jahr 2009 Wilhelm Zeller als Hannover-Rück-Chef ab. Der offensive, charismatische Zeller hatte Hannover Rück lange Jahre geprägt. Zweifel, ob er dem Topjob gewachsen sei, zerstreute Wallin in wenigen Monaten, auch wenn der überzeugte Hamburger in der Außendarstellung hanseatisch zurückhaltender ist. Der gelernte Jurist arbeitet seit 1982 im HDI-Konzern. Er sitzt auch im Vorstand von Talanx, das 50,2 Prozent an Hannover Rück hält. Doch aus den Turbulenzen um den Börsengang von Talanx konnte Wallin seine Gesellschaft – die schon lange börsennotiert ist – stets heraushalten. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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