Noch mehr Probleme für Schiffsfonds

Patrick Hagen

Die Zahl der Sanierungsfälle bei den Schiffsfonds hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Zurzeit müssen laut einer Untersuchung des Analysehauses Deutsche Fondsresearch (DFR) 266 Schiffsfonds saniert werden. Im August 2011 zählte DFR noch 197 Beteiligungen. Die Sanierung eines Schiffsfonds bedeutet in der Regel, dass die beteiligte Bank die Tilgungszahlung stundet. Voraussetzung ist eine positive Fortführungsprognose eines Wirtschaftsprüfers. Im Gegenzug müssen die Anleger frisches Eigenkapital zuschießen. Die DFR-Zahlen basieren auf einer Datenbank, die etwa 2200 Schiffe umfasst. In die Untersuchung sind 850 davon eingeflossen, für die DFR über „valide Informationen“ verfügt, so Geschäftsführer Nils Lorentzen. Das heißt, dass die tatsächliche Zahl der Fonds, die sich in Schieflage befinden, noch deutlich größer sein dürfte. Die Zahl der Insolvenzen ist ebenfalls gestiegen – von 65 bei der letzten Erhebung im August 2011 auf aktuell 113 Schiffspleiten. Das sei nicht gleichbedeutend mit der Zahl der insolventen Beteiligungen, da manche Fonds mehrere Schiffe besitzen, so Lorentzen. Die anhaltende Krise auf den Schifffahrtsmärkten macht einem großen Teil der Schiffsbeteiligungen immer noch schwer zu schaffen. Die Preise für Schiffsmieten, die sogenannten Charterraten, befinden sich im Dauertief. Erst Anfang November hatte DFR eine Untersuchung veröffentlicht, nach der nur jedes dritte Schiff genug verdient, um neben den Betriebskosten auch den Kapitaldienst zu leisten. Am schwersten sind die Probleme nach wie vor für Fonds, die in Containerschiffe investiert haben.Patrick Hagen

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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