Hufeld wird Chef der Versicherungsaufsicht

Das Finanzministerium ist fündig geworden: Neuer Exekutivdirektor für die Versicherungsaufsicht bei der BaFin wird Felix Hufeld. Die Assekuranz kennt ihn aus seiner Zeit als Deutschlandchef des Maklers Marsh.

Der 51-jährige Rechtsanwalt, Banker und Versicherungsmakler Felix Hufeld wird im Januar 2013 Chef der Versicherungsaufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn. Damit wird ein externer Experte eingestellt, nachdem die Suche von Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Ministerialbürokratie gescheitert war. Das Ministerium hatte die Personalberatung Egon Zehnder mit der Suche beauftragt.

Hufeld ist zurzeit Partner bei der Private-Equity-Gesellschaft Westlake Partners, die vor allem in China investiert, geschäftsführender Gesellschafter seiner eigenen Gesellschaft  Agora Beteiligungen und Aufsichtsratschef von Inex 24. Diese Gesellschaft betreibt eine Internet-Plattform für die Industrieversicherung.

Im Management eines Versicherers hat Hufeld bislang nicht gearbeitet. Bekannt ist er in der Branche vor allem, weil er von 2001 bis März 2010 Deutschlandchef des Großmaklers Marsh war, davor Leiter der Konzernentwickung bei der Dresdner Bank.

Hufeld hatte in bei Marsh 2009 eine Position in der globalen Führungsebene gesucht, hieß es damals. Die habe der US-Konzern ihm nicht geboten. Deshalb verließ Hufeld die Firma. Hufeld führte die deutsche Marsh-Tochter in der schwierigen Zeit 2004 und 2005, als die US-Mutter unter heftigem Druck der Behörden wegen illegaler Vertriebs- und Provisionspraktiken stand. Das Management konnte das deutsche Unternehmen aus dem Skandal heraushalten.

Der Posten bei der BaFin ist seit Juni 2012 vakant. Damals wechselte die Karrierebeamtin Gabriele Hahn nach nur 17 Monaten von der Versicherungsaufsicht an die Spitze der inneren Verwaltung.

Seitdem leitete BaFin-Chefin Elke König zusätzlich auch die Aufsicht über die Versicherer. König war lange Jahre Finanzchefin der Hannover Rück – und machte somit vor, dass Brancheninsider an die Spitze der Aufsicht rücken können.

Außerdem hatte König erreicht, dass das Top-Personal der BaFin nicht mehr unbedingt nach den Regeln des öffentlichen Dienstes bezahlt wird. Sie soll 230 000 Euro verdienen. Das entspricht dem Gehalt eines Bundesbankvorstands und ist rund doppelt so hoch wie das Salär ihres Vorgängers Jochen Sanio.

Von dieser Pioniertat der Bafin-Chefin dürfte Hufeld jetzt profitieren. Für ihn sprechen die Branchenkenntnis, der juristische Hintergrund und seine internationale Erfahrung mit verhandlungssicherem Englisch. Dass er praktische Erfahrung bei einer Bank und einem Versicherungsmakler gesammelt hat, schadet aus Sicht der Bundesregierung sicher auch nicht.

Die Versicherungsaufsicht steht vor schweren Bewährungsproben. Kunden sollen vor möglichen Folgen von Pleiten in der Branche geschützt werden. Die Versicherer leiden heftig unter den Niedrigzinsen, zudem führt die EU derzeit europaweit neue Aufsichtsregeln ein. Die neue europäische Versicherungsaufsicht EIOPA steckt ihre Zuständigkeiten im Ringen mit den nationalen Behörden gerade erst ab.

Einen sehr guten Ruf in der Branche und bei den Aufsichtskollegen in der EU hatte Hahns Vorgänger Thomas Steffen, der heute Staatssekretär im Finanzministerium ist. Der gelernte Jurist leitete von 2002 bis 2010 die Versicherungsaufsicht. Steffen hatte wenig Erfahrung mit der Assekuranz, arbeitete sich aber schnell ein und agierte auch international geschickt.

Quelle: Capital.de

 

 


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