Aon wechselt Deutschlandspitze aus

Der Versicherungsmakler Aon trennt sich von Deutschlandchef Ralph Liebke. Nachfolger wird Onno Janssen. Offenbar waren die amerikanischen Konzernherren mit dem Wachstum in Deutschland nicht zufrieden.

Der Versicherungs-Großmakler Aon Deutschland wird ab Freitag von einem neuen Chef geführt. Nach Capital-Informationen aus Versicherungskreisen verlässt Ralph Liebke, 53, das Unternehmen. Er hat 16 Jahre für Aon gearbeitet, davon sechs Jahre als Chairman und Chief Executive an der Spitze der deutschen Gesellschaft. Das Unternehmen wollte nicht Stellung nehmen. „Wir kommentieren Marktgerüchte nicht“, sagte ein Sprecher.

Nachfolger soll Onno Janssen werden. Der 43-jährige Niederländer, der gut deutsch spricht, ist bislang Chef für Aons Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa, Griechenland und den Staaten der früheren Sowjetunion. Er hält einen MBA der Rijks Universiteit Groningen und arbeitete vor seiner Zeit bei Aon bei der Fluggesellschaft KLM.

Liebkes Vertrag habe zur Erneuerung angestanden, er habe das Unternehmen gebeten, nicht mehr zu verlängern, hieß es in den Kreisen. Allerdings habe es bei der Aon-Spitze in London und Chicago auch Unzufriedenheit mit den mageren Wachstumszahlen in Deutschland gegeben. Aon veröffentlicht keine Umsatzzahlen nach Ländern. Marktschätzungen sehen die Gruppe hierzulande konstant bei etwa 150 Mio. Euro Einnahmen aus Provisionen und Beratungshonoraren. Damit ist Aon einer der beiden größten Makler in Deutschland, eine ähnliche Zahl weist der den Kirchen gehörende Anbieter Ecclesia auf. Andere wichtige Makler sind Marsh und Willis.

Aon vermittelt die Versicherung von Industrie- und Gewerbeunternehmen. Das Geschäft ist sehr wettbewerbsintensiv. Vor allem die großen Makler leiden darunter, dass die Prämien weiterhin vergleichsweise niedrig sind – das führt zu ebenfalls niedrigen Provisionen, die in Prozent der Prämie vereinbart werden. Wenn ein Makler gegen Beratungshonorar für einen Industriekonzern arbeitet, muss er mit spürbaren Versuchen seines Kunden rechnen, die Honorare niedrig zu halten.

Aon muss mit einer weiteren Änderung an der Spitze fertig werden. Im November kündigte das Unternehmen an, dass Geschäftsführer Sven Erichsen (50) 2013 in die Geschäftsführung des Düsseldorfer Spezialmaklers Hendricks wechselt.

Quelle: Capital.de


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