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AWD bestreitet negative Folgen von Steuerregeln

Posted By Herbert Fromme On 20. August 2004 In Archiv,RTF Import | No Comments | Drucken

Finanzvertrieb meldet gute Zahlen für das erste Halbjahr

Von Herbert Fromme, Frankfurt Der Finanzvertrieb AWD erwartet auch nach dem teilweisen Wegfall der Steuerfreiheit für Lebensversicherungen ab 2005 kontinuierliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Das Unternehmen setzt dabei weiter auf traditionelle und fondsgebundene Lebensversicherungen sowie die betriebliche Altersversorgung. Das Management erwartet keine großen Umsätze mit der ab 2005 geltenden Rürup-Rente.

„Wir profitieren vom Alterseinkünftegesetz“, sagte Unternehmenschef und Mehrheitseigner Carsten Maschmeyer. Nach dem Gesetz werden Kapitalerträge aus Lebensversicherungen steuerpflichtig. Wenn die Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr erfolgt, ist nur der halbe Steuersatz fällig. „Die Besteuerung der Erträge macht größere Vertragsvolumina nötig“, sagte Maschmeyer. Das nütze AWD. Viele Kunden würden sich auch für längere Laufzeiten entscheiden, damit die Auszahlung erst mit 60 fällig wird. erfolgt. „Längere Vertragslaufzeiten führen automatisch zu größeren Abschlusssummen, was sich entsprechend in höheren Provisionen und Umsatzerlösen auswirken dürfte“, sagte Maschmeyer.

Die Debatte um das Gesetz hätte bei den Kunden das Bewusstsein für private Altersversorgung erhöht. Davon profitiere AWD. Allerdings stehe man in direkter Konkurrenz zum Konsum. „Da heißt es TUI oder AWD, neues Auto oder Altersvorsorge.“

Große Hoffnungen setzt Maschmeyer auf die betriebliche Altersvorsorge. Allerdings steht AWD hier noch am Anfang. Zwar gibt es schon Rahmenverträge mit 2400 Firmen, davon 500 in Großbritannien. Bisher konnten die 350 Spezialvertreter aber erst an 20 000 Mitarbeiter dieser Firmen Altersvorsorgeverträge verkaufen, so Vorstand Friedemann Derndinger. Insgesamt haben die 5600 AWD-Vertreter in den ersten sechs Monaten an 218 000 Kunden Verträge abgesetzt. Schwerpunkt sind fondsgebundene Lebenspolicen mit 41 Prozent und traditionelle Lebensversicherungen mit 23 Prozent des Umsatzes.

Für das zweite Halbjahr 2004 erwartet Maschmeyer einen Boom bei Lebenspolicen wegen des danach wegfallenden Steuervorteils. Mit dem ersten Halbjahr ist er sehr zufrieden. Der Umsatz stieg um 17,5 Prozent auf 308 Mio. Euro, AWD verdiente unter dem Strich 22,6 Mio. Euro, 24 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2003. Der Trend soll sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen.Euro

Quelle: Financial Times Deutschland


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