Investmentbank Natixis stellt Coface zum Verkauf

Pariser Kreditversicherer rutscht tief in die Verlustzone

Von Friederike Krieger, Köln

D ie Pariser Investmentbank Natixis will nach Informationen aus Assekuranzkreisen seinen Kreditversicherer Coface im kommenden Jahr verkaufen. Coface steht mit rund 1 Mrd. Euro in den Büchern der Bank und könnte ihr 1 Mrd. Euro Euro bis 1,5 Mrd. Euro einbringen. Eine Natixis-Sprecherin sagte zwar, ein Verkauf stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung – aber auch, dass der Kreditversicherer nicht zum Kerngeschäft der Bank gehöre. „Wir haben unverändert die Priorität, dass Coface wieder profitabel wird“, sagte sie. Über einen möglichen Verkauf hatte zuvor die französische Tageszeitung „La Tribune“ berichtet.

Coface ist in Deutschland nach Euler Hermes und Atradius die Nummer drei am Markt. Wie andere Kreditversicherer kämpft das Unternehmen mit steigenden Insolvenzzahlen. Mit den Policen der Gesellschaft können sich Unternehmen davor schützen, dass ihre Kunden zahlungsunfähig werden. Im ersten Halbjahr 2009 rutschte Coface tief in die roten Zahlen und verzeichnete mit minus 103 Mio. Euro das bisher schlechteste Ergebnis.

Auch Natixis geht es nicht gut. Im ersten Halbjahr 2009 machte die Bank einen Nettoverlust von 2,7 Mrd. Euro. Im August erklärten Natixis-Manager öffentlich, dass es nur wenig Synergien zwischen den beiden Unternehmen gebe.

Als möglicher Käufer wird in Frankreich der Rückversicherer Scor genannt. Scor wollte sich zu Coface nicht direkt äußern. „Wir sind nur an kleinen Übernahmen interessiert, die unser Portfolio ergänzen und den Charakter unseres Unternehmens nicht verändern“, sagt ein Sprecher. Coface sei in erster Linie ein Kunde, für den Scor Geschäfte in Rückdeckung nehme.

„Scor würde das selbst nie nehmen“, sagte ein Kenner der Szene. Es könne höchstens sein, dass die Pariser Regierung auf einen Deal dringe, um Coface in Frankreich zu halten. „Wenn überhaupt, dann nur aus Staatsraison.“

Auch Investmentfonds zeigten Interesse an Coface, heißt es. Gebote öffentlicher Unternehmen wie der Caisse des Dépôts et Oseo, einer öffentlichen Bank zur Mittelstandsförderung, seien ebenfalls möglich, so die Kreise. Auch hier spiele die Regierung eine aktive Rolle.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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