Swiss Re will notfalls Kapital erhöhen

Der Rückversicherer Swiss Re will um jeden Preis eine Anleihe von Warren Buffett über 3 Mrd. Franken vorzeitig zurückzahlen und schließt dafür auch eine Kapitalerhöhung nicht aus. „Wir werden das Geld bis dahin verdienen“, sagte Konzernchef Stefan Lippe auf dem Weltrückversicherungstreffen in Monte Carlo. Aber selbst eine Kapitalmaßnahme wäre ein gutes Geschäft für die Investoren, sagte er weiter. Swiss Re brauchte die Finanzspritze Anfang 2009, weil der Konzern sich mit stark ausfallgefährdeten Wertpapieren verspekuliert hatte und drohte, in der Beurteilung durch die Ratingagenturen abzustürzen. Buffett kann die Anleihe über 3 Mrd. Franken 2012 zum Kurs von 25 Franken in rund 25 Prozent der Aktien des weltweit zweitgrößten Rückversicherers umwandeln. „Selbst bei einem Aktienkurs von 28 Franken würde eine Kapitalerhöhung für die Aktionäre Sinn ergeben“, sagte Lippe.

Das Papier wurde gestern zu 48 Franken gehandelt.

Heftige Kritik äußerte Lippe an der geplanten Aktion der deutschen Bundesregierung, Warenkreditversicherung bereitzustellen, wenn private Deckungen fehlen. „Mit solchen Aktionen zerstören Regierungen den Markt“, sagte der Swiss-Re-Chef. Denn so könnten nie die nötigen Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Die Kreditversicherung sei über einen längeren Zeitraum nicht profitabel. „Wir haben in einem Jahr mehr an Verlusten gemacht als wir in neun Jahren verdient haben“, sagte er. Swiss Re hat die Kredit-Rückversicherung stark zurückgefahren. Das Schweizer Unternehmen ist auch mit 25 Prozent an dem Kreditversicherer Atradius beteiligt. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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