Berlin und Brandenburg stoßen Rückversicherer ab

Drei Bewerber für BF Rück · Länder scheuen Altlasten

Von Herbert Fromme, Köln

Berlin und Brandenburg haben mindestens drei Interessenten für Rückversicherungsgesellschaft BF Rück gefunden, die den beiden Bundesländern gehört. Nach FTD-Informationen aus Versicherungskreisen wollen die britische Investmentgesellschaft Randall & Quilter, der Schweizer Rückversicherer Swiss Re und der deutsche Spezialversicherer Darag die BF Rück kaufen. Auch die Axa hatte Interesse geäußert.

Randall & Quilter arbeitet eng mit der Kölner Globalen Rück zusammen, der früheren Gerling Globale Rück, die sich in Abwicklung befindet und selbst keine Firmen oder Bestände kaufen darf. Pikant: Die Globale Rück ist als Dienstleister für die BF Rück tätig.

Die Abwicklung alter Bestände von Versicherern und Rückversicherern gilt als lukrativer und rasch wachsender Markt, auf dem es heftige Konkurrenz gibt.

Die BF Rück ist eine Altlast aus der Zeit, als die öffentlich-rechtliche Berliner Feuersozietät den lokalen Markt als zu klein empfand und international expandierte. Sie trat als Rückversicherer ohne viel Fachwissen in London sowie im amerikanischen Markt auf und wurde unter anderem vom Terrorschaden am World Trade Center schwer getroffen. 2004 übernahm die Versicherungskammer Bayern das Geschäft mit den Endkunden. Die Altlasten aus der Rückversicherung verblieben bei den beiden Bundesländern.

Zunächst suchten sie einen Interessenten für die Abwicklung der Bestände. Jetzt soll ein Käufer die BF Rück nach der Umwandlung von einer Anstalt öffentlichen Rechts in eine AG übernehmen. Rückversicherungsverträge können sehr lange laufen und Ansprüche auch viele Jahre nach Vertragsabschluss mit sich bringen. Neugeschäfte übernimmt die BF Rück nicht mehr. Von den 1800 Rückversicherungsverträgen hat sie rund ein Drittel mit ihren Kunden inzwischen abgelöst. Die Bilanzsumme beträgt 72 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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