Pleitewelle verteuert Betriebsrenten

Pensions-Sicherungs-Verein hebt Beitrag auf Rekordhöhe

Von Anja Krüger, Köln

D er Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) erhöht die Solidarbeiträge der Unternehmen zur Sicherung der Betriebsrenten drastisch auf 14,2 Promille. Allerdings soll die zusätzliche Belastung auf mehrere Jahre gestreckt werden. „Das für 2009 erforderliche außerordentlich hohe Beitragsvolumen muss von den Arbeitgebern zunächst nicht vollständig gezahlt werden, sondern über Teilzahlungen in den Jahren 2009 bis 2013“, teilte der PSV am Freitag mit.

Damit entspricht die Belastung in diesem Jahr einem Beitragssatz von 8,2 Promille des sogenannten insolvenzgeschützten Betriebsrentenvolumens. Das ist viermal so viel wie noch im Vorjahr. Mit der Streckung folgt der PSV den Wirtschaftsverbänden, die aufgrund der Liquiditätsprobleme vieler Firmen die Glättung gefordert hatten.

Die Erhöhung ist eine Folge der Wirtschaftskrise. Über den PSV sichern 76 000 Unternehmen die Ansprüche ihrer Betriebsrentner. Geht ein Betrieb pleite, springt der Verein ein. Jeweils im November legt der PSV den Beitragssatz für das laufende Jahr fest, dessen Höhe von den Schäden abhängt. Allein die Arcandor-Insolvenz kostet die Mitglieder über 1 Mrd. Euro. Insgesamt muss der PSV in diesem Jahr Schäden in Höhe von 4 Mrd. Euro verkraften. Bis zum Jahresende 2009 müssen die Firmen 2,3 Mrd. Euro aufbringen. Die übrigen 1,7 Mrd. Euro werden in vier Beiträgen von je 427,5 Mio. Euro bis 2013 fällig, zusätzlich zu den für diese Jahre fälligen Belastungen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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