Gut geprüft ist halb bezahlt

kdjfgklejhgjkh dsfjkglhjgsdjkfgh sjkgh dgjkhsg jksgh kldsjghd jklghsdfnmkfhgdjkghjkgh sdjkfgh djkghd fjkgdjkfgh djkfgIn vielen großen Häusern ist spezielleSoftware im Kreditmanagement heute Standard, den persönlichen Kontakt ersetztsie aber nicht

VON Katrin Berkenkopf

Wenn ein Kunde im Mobilfunkshop sofort die Freigabe für den neuen Handyvertrag erhält oder der Handwerksmeister im Autohaus nach kurzer Zeit das grüne Licht für seinen Leasingvertrag hat, ist das nur dank elektronischer Kreditmanagementsysteme möglich. Standard sind sie mittlerweile vor allem bei großen Firmen, die mit dem Massenmarkt zu tun haben, also etwa in der Telekommunikation. „Früher waren solche Abfragen langwierig und sehr kostenaufwendig“, sagt Alexander Krämer, Mitglied der Geschäftsleitung bei Creditreform. Lohnen würde sich ihr Einsatz aber auch bei vielen kleineren Firmen, meint Krämer, denn für sie ist ein Liquiditätsengpass existenzbedrohend.

Das Kreditmanagement verbindet verschiedene finanzielle Aspekte der Kundenbeziehung, von der Prüfung der Bonität über die Gestaltung der Zahlungsvorgaben und am Ende möglicherweise das Inkasso. Einzug in die Unternehmen hielten elektronische Systeme in den 90er-Jahren. Im Idealfall passe sich die Software der IT der Firmen an, erklärt Krämer. Sie führt die Informationen, die Unternehmen selbst über ihre Kunden gesammelt haben, mit denen aus externen Quellen zusammen, etwa Datenbanken mit Bonitätsauskünften.

Das Interesse an umfassenden elektronischen Lösungen habe durch die Wirtschaftskrise noch einmal massiv angezogen, berichtet der Creditreform-Experte. Das gilt vor allem für das B2B-Geschäft, also Beziehungen zwischen Firmen. Für Unternehmen ist es schwerer geworden, Lieferungen gegen den Fall zu versichern, dass der Abnehmer pleitegeht und seine Rechnung nicht zahlt. Damit sie nicht auf offenen Forderungen sitzen bleiben, achten viele verstärkt auf die Bonität der Kunden.

In der Krise sei das Kreditmanagement einer der Basisfaktoren für das Überleben und den Erfolg eines Unternehmens, sagt Xenia Mihajlovic, Abteilungsleiterin Kreditmanagement beim Reifen- und Autoservice-Anbieter Vergölst. „Bei einem funktionierenden Kreditmanagement kann man Probleme frühzeitig ansprechen.“ Ohne elektronische Systeme ließen sich die komplexen Prozesse aber heute gar nicht mehr steuern, sagt Mihajlovic. „Das ist sehr arbeitserleichternd.“ Nicht nur das bestehende Geschäft lasse sich damit besser verwalten. Auch die Erschließung neuer Kundengruppen und Geschäftsfelder – zum Beispiel der Verkauf von Reifen und Zubehör beim Onlineauktionshaus Ebay – werde erst möglich durch die elektronische Verarbeitung der umfangreichen Informationen.

Seit September hat Vergölst es schwarz auf weiß, dass seine Kreditmanager halten, was sie versprechen. Denn das Unternehmen hat sich vom TÜV Rheinland zertifizieren lassen. Seit Ende 2007 bietet der TÜV ein Zertifikat für Kreditmanagement an. Seitdem haben es rund 30 Firmen erhalten oder befinden sich im Zertifizierungsprozess. Mit der Zahl ist Wolfgang Rempe, beim TÜV Rheinland zuständig für das Angebot, zufrieden. Schließlich sei das Thema Kreditmanagement in den Unternehmen lange vernachlässigt worden. „Da geht es ja im Prinzip darum, den Kunden hinterherzulaufen, damit sie ihre Rechnungen bezahlen. Das ist nicht sexy.“ Berührungsängste will der TÜV mit einem Onlinecheck abbauen. Mit wenigen Klicks und Angaben zum derzeitigen Kreditmanagement bekommt das Unternehmen eine erste Selbsteinschätzung und einen Überblick über die für die Zertifizierung relevanten Bereiche.

Den Anstoß zur Entwicklung des Zertifikats gab der Verein für Credit Management, der auch die zugrunde liegenden Mindestanforderungen an das Credit Management entwickelt hat. Mittlerweile bieten die Kreditversicherer Atradius und Coface spezielle Konditionen für zertifizierte Unternehmen, das können unter anderem Nachlässe bei den Prämien sein.

Wer sich zertifizieren lässt, hat in der Regel bereits ein elektronisches Kreditmanagementsystem. Überhaupt kommen nur noch ganz kleine Unternehmen auf Dauer ohne aus, sagt Rempe. „Die Einführung eines solchen Systems ist eine gute Vorbereitung auf die Zertifizierung, die Prozesse sind nahezu identisch.“ Wer über ein elektronisches Kreditmanagement verfügt, hat sich bereits viele Gedanken zum Thema gemacht. „Das ist auf jeden Fall hilfreich.“

Heute gebe es schon für eine Lieferung von einigen Säcken Zement so viele Informationen zum Kunden zu verarbeiten, dass es ohne elektronische Abwicklung kaum möglich sei. „Jede Lieferung ist im Prinzip eine Kreditentscheidung.“

Je kleiner das Unternehmen, desto seltener setzt es Kreditmanagementsysteme ein. Creditreform-Experte Krämer sieht das kritisch. „Die Nutzung nimmt ab, der Nutzen aber nicht.“ Zu oft achte etwa der klassische mittelständische Handwerksbetrieb noch mehr auf ein volles Auftragsbuch, als darauf, dass auch alle Rechnungen zügig bezahlt sind. Ein System, das die Liquidität sichert, sei schon für unter 100 Euro im Monat erhältlich.

Gerade bei Mittelständlern gibt es Skepsis, wenn ein automatisierter Entscheidungsprozess plötzlich wichtiger zu sein scheint als seine jahrzehntelange Beziehung mit Kunden und Lieferanten. „Das System muss in der Lage sein, Erfahrungen einzuarbeiten“, sagt Krämer. So könne man etwa die Beobachtungen des Vertriebs nutzen. Wenn der Baumaschinenhersteller seine Fahrzeuge nicht mehr wartet und der Hof verdreckt, ist das kein gutes Zeichen für den Zustand der Firma. „Wichtig ist, dass so etwas auch systematisch dokumentiert wird.“

Den persönlichen Kontakt will auch Vergölst-Managerin Mihajlovic nicht missen. Die Kreditmanager besuchen auch selbst Kunden. Manches Mal bittet der eigene Vertrieb sogar um ihre Begleitung. Dann können die Vertriebler die Schuld für restriktivere Zahlungsvorgaben gleich auf die Kreditmanager schieben.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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