Immobilienskandal trifft Versicherungsmakler

Der Skandal um die Immobiliengruppe S&K hat Auswirkungen auf Versicherungsmakler: Das Unternehmen hatte sich an mehreren Maklerpools beteiligt und so Vertriebskapazität generiert.

Die Razzia beim Immobilienkonzern S&K betrifft auch Versicherungsmakler, Vertriebe und Maklerpools. In Branchenkreisen hieß es, S&K habe Beteiligungen an mittelgroßen Maklerpools und Vertrieben gesucht, um so dafür zu sorgen, dass diese Organisationen Produkte der S&K-Gruppe verkaufen. Die Pools Wifo in Rheinstetten und ASG AssecuranzService in Hattersheim hatten 2012 bestätigt, dass S&K mit Minderheitsbeteiligungen eingestiegen sei.

S&K soll Pools und Vertrieben angeboten haben, Beteiligungskapital – also Anlegergeldern – in die Firmen zu stecken und so ihre oft knappe Eigenkapitalausstattung zu stärken. Die Beteiligungen sollen dann von den Pools und Vertrieben selbst verkauft worden sein. „So haben diese Organisationen gleichzeitig mehr Eigenkapital gewonnen und auch noch Provisionseinnahmen generiert“, sagte ein Hamburger Branchenkenner, der S&K schon länger beobachtet. Kleinanleger, das typische Publikum von Maklerpools bei Kapitalanlagen, wären auf diesem Weg von der möglichen S&K-Pleite betroffen.

In einer Großrazzia mit 1200 Polizisten gingen Staatsanwälte am Dienstag gegen die Immobiliengruppe S&K vor. Sechs Personen wurden verhaftet. Die Behörden werfen der Firma vor, ein Schneeballsystem eingerichtet zu haben.

Quelle: Capital.de


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