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Welche Gefahren von Assekuradeuren ausgehen

Von Anne-Christin Gröger Am 4. September 2026 In Allgemein | No Comments | Drucken

Die Ratingagentur Moody’s warnt Versicherer in einem aktuellen Bericht, sich allzu abhängig von den Diensten von Assekuradeuren zu machen. Wer zu viele Aufgaben abgibt, kann schnell den Anschluss verlieren, so die Analysten.

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Die Auslagerung von Geschäft an Assekuradeure kann auch Risiken bergen, warnt die Ratingagentur Moody’s

Assekuradeure gewinnen in der Versicherungsbranche immer mehr an Bedeutung. Viele Versicherer setzen inzwischen auf deren Dienste, um Zugang zu Spezialrisiken zu gewinnen oder das Unterwriting auszulagern. Das hilft den Gesellschaften beim Wachstum, der Diversifizierung und der Erschließung neuer Märkte – und das ohne zusätzliche Investitionen tätigen zu müssen. Doch der Boom birgt auch Risiken, warnt die Ratingagentur Moody’s in einem aktuellen Bericht.

Unter Assekuradeuren, auch Managing General Agents (MGAs) genannt, versteht die Branche spezialisierte Dienstleister, die Zeichnungs- und Abwicklungsvollmachten von Versicherern bekommen.

So hat die Allianz Commercial kürzlich das Cybergeschäft an den US-Assekuradeur Coalition übertragen [2], sie bleibt lediglich Risikoträger. Der Hannoveraner Versicherer VHV arbeitet im Bereich Financial Lines und Bauversicherungen mit dem Assekuradeur Dual zusammen. Der Hamburger Anbieter Lampe & Schwartze hat sich unter anderem auf Underwriting-Services in der Transportversicherung spezialisiert. Beim Versicherungsmarkt Lloyd’s of London macht der sogenannte „delegierte Vertrieb“ über 40 Prozent der Prämieneinnahmen aus. 

Laut einem Bericht des Beratungsunternehmens Insuramore erzielten MGAs und ähnliche Vermittler 2024 weltweit einen Gesamtumsatz von rund 29 Mrd. Dollar (25 Mrd. Euro), der hauptsächlich aus Vermittlungs- und Verwaltungsgebühren stammte. Dies entspricht einem vermittelten Prämienvolumen von mehr als 250 Mrd. Dollar über alle Sparten und Regionen hinweg sowie einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent seit 2020, zitiert Moody’s Insuramore.

Zu den Gründen, warum das Geschäftsmodell der Assekuradeure boomt, zählen die Experten die steigende Nachfrage nach Policen gegen komplexe und neue Risiken – etwa Cyberbedrohungen, Klimawandel, Lieferkettenproblematiken und sich wandelnde Haftungsrisiken. „Da MGAs sich leichter auf bestimmte Geschäftsbereiche konzentrieren und die erforderlichen Fachkräfte gewinnen können, sind sie oft besser aufgestellt als traditionelle Versicherer, um neu auftretende Risiken zu bewerten und zu versichern, entsprechende Versicherungsprodukte zu entwickeln, die damit verbundenen Schadensfälle zu bearbeiten und ergänzende Kundendienstleistungen anzubieten.“

Doch die Sache hat einen Haken, warnen die Analysten. „Versicherer, die sich zu stark von externen Underwritern abhängig machen, laufen Gefahr, nach und nach die Kontrolle über das Underwriting-Know-how, die Produktentwicklung und die Kundenbeziehungen zu verlieren“, schreiben sie.

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Marktaufteilung unter den globalen Assekuradeuren

Der Einsatz von Assekuradeuren und Maklerplattformen vergrößere die Distanz zwischen Versicherungsnehmern und dem Versicherer. „Dadurch wird die Rolle der Risikoträger zunehmend zu einer Massenware, und ihre Fähigkeit, Kundenentscheidungen und Risikomanagement zu beeinflussen, nimmt ab“, so Moody’s. „Dies kann zu einer Verlagerung des wirtschaftlichen Werts und der Verhandlungsmacht weg von den Versicherern führen, insbesondere dort, wo Makler den Zugang zu Kunden, Daten und Prämienströme kontrollieren.“

Zwar können Versicherer davon profitieren, wenn sie das Underwriting an die Spezialanbieter abgeben – sie fördern Umsatz- und Gewinnwachstum. Doch sie können auch die Margen schmälern, indem ein größerer Anteil der Portfoliogewinne an die MGAs übertragen wird, schreibt Moody’s. „Angesichts ihrer umfassenderen Rolle in den Bereichen Produktentwicklung, Underwriting, Vertrieb, Schadenabwicklung und Policenverwaltung erhalten MGAs in der Regel höhere Provisionen als traditionelle Vermittler“, heißt es weiter.  Dies ermögliche es ihnen, einen größeren Teil des durch ein Versicherungsportfolio generierten Werts für sich zu sichern, wodurch der von den Kapazitätsanbietern einbehaltene Underwriting-Gewinn sinkt.

Anne-Christin Gröger


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[2] Allianz Commercial kürzlich das Cybergeschäft an den US-Assekuradeur Coalition übertragen: https://versicherungsmonitor.de/2026/05/06/allianz-macht-coalition-zum-weltweit-fuehrenden-anbieter-von-cyberpolicen/

[3] Nach AIG und Gallagher: Nepomuk Loesti wechselt zu Cyberspezialist Coalition: https://versicherungsmonitor.de/2026/08/31/nach-aig-und-gallagher-nepomuk-loesti-wechselt-zu-cyber-spezialist-coalition/

[4] Allianz Commercial: Coalition-Kooperation ist keine Auslagerung, sondern Bündelung von Kompetenzen: https://versicherungsmonitor.de/2026/08/17/allianz-commercial-coalition-kooperation-ist-keine-auslagerung-sondern-eine-buendelung-von-kompetenzen/

[5] Allcura gründet Transport-Assekuradeur: https://versicherungsmonitor.de/2026/07/03/allcura-gruendet-transport-assekuradeur/

[6] Image: https://versicherungsmonitor.de/wp-content/uploads/2026/09/mgas_moodys.png