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Von Krisenstäben bis Awareness: Der Ideal-Hack

Von Katrin Berkenkopf Am 29. September 2026 In Abo, Allgemein, Nachrichten, Top News, Versicherer | No Comments | Drucken

Im Dezember 2025 machte der Berliner Versicherer Ideal durch einen Hackerangriff Schlagzeilen, jetzt berichtete Bereichsleiter Wolfgang Müller auf der Euroforum-Jahrestagung Cyber Insurance über Einzelheiten. Wenn alle Systeme vom Internet getrennt werden müssen, sind digitale Tools der Regulierungsbehörden eine besondere Herausforderung.

[1]
Der Berliner Versicherer Ideal wurde im Dezember 2025 Opfer eines Hackerangriffs durch die Akira-Gruppe

Am 10. Dezember 2025 gelang es der Hacker-Gruppe Akira, in die Systeme der Ideal Versicherung in Berlin einzudringen [2]. „Wenn Sie angegriffen werden, dann gibt es immer Themen, die Sie nicht auf dem Schirm hatten, das ist die bittere Wahrheit“, berichtete Wolfgang Müller, Bereichsleiter Recht, Personal und Compliance bei der Ideal Lebensversicherung auf der Euroforum-Jahrestagung Cyber Insurance in Düsseldorf.

Er freue sich, über diesen Angriff zu berichten, sagte Müller. „Wir müssen in den Austausch kommen, auch wenn es um sensible Themen geht.“ Der Geschäftsbetrieb der Berliner lief erst knapp zwei Wochen nach der Entdeckung zum größten Teil wieder [3].

Das Einfallstor für die Hacker war offenbar eine Schwachstelle in der Firewall – „die zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bekannt war“. Der Versicherer entschied schnell, auf die Forderungen der Gruppe nicht einzugehen. Erste Gegenmaßnahme war das Trennen aller Systeme vom Internet. Das sei auch sein Rat an alle Unternehmen, erklärte Müller: Quasi einen Schalter einzurichten, mit dem so etwas auf Knopfdruck geschehen kann.

Gute Vorbereitung zeige sich darin, wenn man den Angriff möglichst schnell erkenne. „Und die Zeit spielt gegen einen.“ Die Ideal hält er auch im Rückblick für gut vorbereitet, dennoch habe das Unternehmen im Nachgang einiges geändert. Einige technische Komponenten wurden komplett neu aufgestellt, die Trainings für einen Ernstfall intensiviert.

Risikobewusstsein durch Angriff geschärft

Das Risikobewusstsein bei der Belegschaft sei durch den Vorfall ganz von selbst gestiegen, berichtete der Manager. „Die Zahl der Verdachtsmeldungen ging durch die Decke.“

Es habe sich außerdem bewehrt, getrennte Krisenstäbe für die Bereiche Technik und Management einzusetzen. „Mit der Technik-Diskussion kann das Management nichts anfangen.“

Eine Herausforderung für Unternehmen wie Versicherer seien die gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflichten. Diese Meldungen müssten teilweise innerhalb der ersten vier Stunden erfolgen. Und während alle Systeme offline gehen müssten, seien gleichzeitig Formulare ausschließlich online ausfüllbar. „Ein Riesenspaß“, kommentierte Müller.

Ob die Ideal über eine Cyberversicherung verfügte, wollte er nicht beantworten. Es habe sich aber gezeigt, dass die Antwort des Unternehmens auf den Angriff „dem Goldstandard bei Cyberversicherungen entspreche“, sagte er.

Katrin Berkenkopf


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[1] Image: https://versicherungsmonitor.de/wp-content/uploads/2026/09/hackerangriff_ideal_akira_foto_katrin_berkenkopf-scaled.jpg

[2] der Ideal Versicherung in Berlin einzudringen: https://versicherungsmonitor.de/2025/12/14/ransomware-akira-schlaegt-bei-der-ideal-zu/

[3] zum größten Teil wieder: https://versicherungsmonitor.de/2025/12/23/ideal-nimmt-nach-cyberangriff-geschaeftsbetrieb-wieder-auf/