Die Gefahr einer geoökonomischen Konfrontation ist derzeit das weltweit größte Risiko, auf längere Sicht stellen dagegen Extremwetterereignisse die größte Gefahr da. Das ist das Ergebnis des aktuellen globalen Risikoberichts des Weltwirtschaftsforums, für das Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft befragt wurden. Das dominierende Thema des diesjährigen Berichts sei Unsicherheit in einer Welt, in der etablierte Formen der Kooperation infrage gestellt werden.
Archiv ‘Krieg’
Hybride Kriegsführung: Wann greift der Kriegsausschluss bei Cyberangriffen?
Cyberangriffe gehören zur Realität wirtschaftlicher Risiken. Staaten und staatlich unterstützte Akteure nutzen digitale Angriffe, um strategische Ziele zu verfolgen, politische Gegner zu schwächen und kritische Infrastruktur sowie Industrieunternehmen zu stören. Cyberpolicen reichen nicht immer aus, um mit einer Cyberattacke verbundene Vermögensschäden abzusichern, schreibt Anna-Catharina von Girsewald von der Kanzlei Oppenhoff & Partner. Daher stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen Cyberangriffe unter den Kriegsausschluss fallen und somit der Versicherungsschutz ausgeschlossen ist.
Naher Osten: Rückversicherer wirken als Puffer
Die Ratingagentur DBRS Morningstar sieht durch eine mögliche Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Iran große Herausforderungen auf die Versicherungsbranche zukommen. Sie beträfen alle Sparten des Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts und alle Kapitalanlageklassen. DBRS sieht diejenigen Unternehmen im Vorteil, die auf robuste Rückversicherer, konservative Anlagen und proaktives Risikomanagement setzen.
Kriegsversicherer müssen Leasinggesellschaften entschädigen
Kriegsversicherer müssen Leasinggesellschaften für von Russland beschlagnahmte Flugzeuge entschädigen. Das hat der Londoner High Court in einem aktuellen Urteil entschieden. Die Flugzeuge seien durch verschiedene russische Gesetze faktisch für die Unternehmen verloren, es handele sich um einen von der Kriegsversicherung gedeckten Fall, entschied der Richter. Geklagt hatten sechs Leasinggeber, deren Maschinen von Russland geleast und im Zuge der Sanktionen beschlagnahmt worden waren. Auf die beklagten Versicherer, darunter HDI Global Specialty, AIG Europe, Lloyd’s Insurance und Chubb könnten milliardenschwere Zahlungen zukommen.
Wie sich Kunst aus der Ukraine versichern lässt
Exklusiv Kunstversicherungsmakler Stephan Zilkens ist einer der wenigen im Geschäft, der sich an Ausstellungstransporte aus und in die Ukraine traut. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutert er, worauf es ankommt, welche Gesellschaften sich noch in das Geschäftsfeld wagen und wo die Hürden liegen. Außerdem berichtet er, was er von den zahlreichen Newcomern in der Sparte hält und was er für die Zukunft seines Unternehmens plant.
Fragmentierte Weltwirtschaft fordert Versicherer
Geopolitische Entwicklungen, darunter der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, haben zu einer Fragmentierung der Handels- und Lieferketten geführt, schreibt die Geneva Association in einem aktuellen Bericht. Die Versicherungsorganisation warnt vor einer sogenannten Slowbalisation und zeichnet drei Zukunftsszenarien für Versicherer.
Krieg, Fake News und Extremwetter sind Top-Risiken
Bewaffnete Konflikte und Fehlinformationen sind auf kurze Sicht die größten Risiken für die Weltwirtschaft. Das ist ein Ergebnis des aktuellen globalen Risikoberichts, den das Weltwirtschaftsforum in Zusammenarbeit mit Zurich und Marsh veröffentlicht. Über einen längeren Zeitraum von zehn Jahren schätzen sie die Gefahr durch Extremwetterereignisse dagegen am höchsten ein. Tatsächlich dominieren Klima- und Umweltrisiken bei den Top Ten der Langfristrisiken.
S&P: Versicherungsmarkt zeigt sich robust
Die US-amerikanische Ratingagentur S&P Global Ratings hat in einem Stresstest untersucht, wie sich ausbreitende Kriege auf den Versicherungsmarkt in Europa, im Nahen Osten und in Afrika auswirken würden. Er ist stark und robust genug, ein solches Szenario zu überstehen, so die Meinung der Experten. Damit kommt das Unternehmen zu einem ähnlichen Schluss wie die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa. Die Aussichten für Versicherer und Rückversicherer sieht die Ratingagentur überwiegend positiv.
Lloyd’s: Globaler Konflikt würde teuer
Der britische Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hat geschätzt, wie teuer ein „globaler Konflikt“ für die Volkswirtschaften der Welt wohl werden würde. Das Ergebnis: Die Gesamtbelastung könnte sich über fünf Jahre auf 14,5 Billionen Dollar (13,2 Billionen Euro) belaufen. Die Berechnung gehört zu einer Serie von Szenario-Darstellungen des Versicherungsmarktes, mit denen er Denkanstöße für Versicherer, Industrie und Politiker liefern will.
Nur scheinbar ist alles in Ordnung
Herbert Frommes Kolumne Im Nahen Osten eskaliert der Krieg zwischen Israel und dem Iran sowie seinen Verbündeten im Gazastreifen und im Libanon. In der Ukraine macht Russland bei seinem Überfall auf den Nachbarstaat wichtige Geländegewinne. Aber die Aktienindizes erreichen fast überall Rekordstände. Die großen Versicherer melden für die ersten Quartale ordentliche Gewinne. Hat sich die Finanzwirtschaft einschließlich der Versicherer vom weltpolitischen Geschehen völlig abgekoppelt? Oder kommt das dicke Ende erst noch?
Cyberversicherung: Zeit für ein Update
The Long View – Der Hintergrund Um dem dynamischen Cyberversicherungsmarkt Rechnung zu tragen, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieben Jahre nach der Erstveröffentlichung seine unverbindlichen Cyber-Musterbedingungen überarbeitet. Änderungen und Klarstellungen gibt es unter anderem im Zusammenhang mit mobilem Arbeiten, externen Dienstleistern, Kriegen und staatlichen Angriffen sowie bei den Obliegenheiten. Anpassungsbedürftig ist nach wie vor die IT-Sicherheit bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen.
Seekasko: Kriegsdeckungen werden teurer
Die Luftangriffe der von den USA geführten Militärallianz auf Ziele der Huthi-Rebellen am 11. Januar 2024 (im Bild der am 20. November im Roten Meer von den Rebellen entführte Autofrachter „Galaxy Leader“) könnten zu einem erneuten Anstieg der Preise für Kriegsdeckungen im Schiffskaskobereich führen, erwartet die Ratingagentur Morningstar DBRS. Die am 19. Dezember 2023 gestartete Operation „Prosperity Guardian“ hatte die Preise zunächst zum Sinken gebracht. Mit den von den Rebellen als Reaktion auf die Luftangriffe angekündigten Vergeltungsschlägen hat sich die Situation jedoch wieder geändert.
Entführter Autofrachter wirft Fragen auf
Der im Roten Meer von Huthi-Milizen entführte Autofrachter „Galaxy Leader“ hat Folgen für die Kriegsversicherung, schreibt die Analysefirma Skytek in einem aktuellen Bericht. Da das Schiff aufgrund seines israelischen Teil-Eigentümers angegriffen wurde, könnten sich Kriegsversicherer für die Risikoeinschätzung künftig nicht mehr alleine auf Listen mit gefährdeten territorialen Gebieten stützen. Das Joint War Committee, das die Risikozonen festlegt, sieht keinen Handlungsbedarf, rechnet aber auch damit, dass Prämien für Reeder steigen werden, wenn deren Nationalität als Risikofaktor bewertet wird.









