Betriebsrenten werden für viele Firmen teurer

Von Anja Krüger, Köln Der Rekord an Insolvenzen verteuert die betriebliche Altersversorgung für viele Unternehmen. Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV), an den Firmen Beiträge zur Sicherung von Betriebsrenten zahlen, erhöht den Beitragssatz für dieses Jahr von 2,5 auf mindestens vier Promille des insolvenzgeschützten Betriebsrentenvolumens.

Damit Arbeitnehmer bei Firmenpleiten ihre Betriebsrenten nicht verlieren, müssen Unternehmen direkte Zusagen oder interne Rentenkassen durch Beiträge an den PSV sichern. Er schützt die Ansprüche von acht Millionen Berechtigten von 40 000 Unternehmen, was einem Rentenvolumen von 218 Mrd. Euro entspricht. Dafür erhielt er in 2001 eine Beitragssumme von 546 Mio. Euro. Da die Höhe des Beitragssatzes von den Schäden abhängt, legt der PSV ihn rückwirkend fest. Seit Gründung des PSV 1974 lag er im Durchschnitt bei 2,1 Promille.

Der Verein verzeichnete in der ersten Hälfte dieses Jahres 341 Insolvenzen von Mitgliedsunternehmen mit 52 000 Berechtigten. Das Schadenvolumen hat mit 1,3 Mrd. Euro in den ersten sechs Monaten ein Rekordniveau erreicht. Im gesamten Vorjahr betrug es mit 614 Mio. Euro nicht einmal halb so viel. „Verantwortlich für diese Entwicklung sind sowohl die gestiegene Zahl der Insolvenzen als auch die Großschäden“, sagte PSV-Vorstand Hermann Peter Wohlleben. Zu den Großschäden zählen Holzmann, Fairchild Dornier und Babcock Borsig. Der PSV wird den Beitragssatz nun auf mindestens vier Promille anheben müssen.

Diese Erhöhung hat auch Folgen für den Absatz von Pensionsfonds. Für sie müssen Arbeitgeber PSV-Beiträge zahlen. Pensionsfonds wurden mit der Rentenreform eingeführt und gelten in der Politik als Hoffnungsträger für die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung. Auf dem Markt konkurrieren sie vor allem mit Pensionskassen, für die Unternehmen auf Grund engerer Anlagebestimmungen keine PSV-Beiträge entrichten müssen. Bereits jetzt scheuen es viele Unternehmen auf Grund der hohen Risikokosten von Pensionsfonds, ihren Beschäftigten diese Anlageform anzubieten.

Quelle: Financial Times Deutschland


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