Die Altersvorsorgereform 2027 öffnet einen neuen Massenmarkt für geförderte Vorsorge mit höherem Renditefokus. Entscheidend wird, welche Institute schon heute End-to-End-Prozesse, Datenbasis und Meldewesen so aufstellen, dass Standardprodukte effizient skalieren, schreibt Adesso-Expertin Sandra Weis.
The Long View
Wasserkraft als Stabilitätsbaustein für Versicherer
Wind und Solar dominieren die Investitionen von Versicherern erneuerbare Infrastruktur, Wasserkraft bleibt oft im Hintergrund. Dabei erfüllt diese Assetklasse viele Anforderungen, die Versicherern an langfristige Kapitalanlagen stellen, schreibt Andreas Grassl, Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft Renaio. Wer dort investieren will, braucht jedoch mehr als nur Kapital.
Mehr Veränderung in der Pflege wagen – und mehr Mut
Die Zeit, die für die Erhaltung der umlagefinanzierten Pflegeversicherung bleibt, wird immer knapper. Damit das System nicht vollends vor die Wand fährt, kommen wir um harte und teilweise unpopuläre Maßnahmen nicht herum, schreibt Rainer Jacobus, Aufsichtsratschef und früherer Vorstandsvorsitzender des Berliner Versicherers Ideal. Sechs Vorschläge für eine Last-Minute-Rettung.
Mit KI-Agenten das Schadenmanagement ohne neue IT modernisieren
Welche Erfolge künstliche Intelligenz (KI) auch ohne eine grundlegend neugestaltete IT-Landschaft ermöglicht, zeigt das Praxisbeispiel eines Privatkundenversicherers: Mit dem gezielten Einsatz von KI-Agenten hat das Unternehmen innerhalb von nur sechs Monaten sein Schadenmanagement erheblich modernisiert, schreibt Gijsbert Cox vom Software-Unternehmen Appian.
Kostenanrechnungsklausel in der D&O-Versicherung – ein Damoklesschwert
Der Bundesgerichtshof (BGH) könnte noch in diesem Jahr über die Kostenanrechnungsklausel in der D&O-Versicherung entscheiden. Sie sieht vor, dass die Abwehrkosten ein Teil der gesamten Deckungssumme sind. Dass der BGH die Klauseln vollständig kippt, ist nicht wahrscheinlich. Schmerzhaft könnte es dennoch werden, schreibt Thomas Lindner von der Dr. Ihlas GmbH.
KI verändert Software – und verlangt von Investoren mehr Agilität
Der Boom der künstlichen Intelligenz (KI) und der KI-Agenten hat eine Marktkorrektur im Softwaresektor ausgelöst. Für institutionelle Investoren wird die systematische Analyse von KI-Risiken und -Chancen und damit die Wahl des Asset-Managers immer wichtiger, schreibt Daniel Boege von Golding Capital Partners.
Von der Dotcom-Blase zur KI-Revolution: Warum Manager die Fehler der 90er wiederholen
Die aktuelle Revolution durch die künstliche Intelligenz (KI) spiegelt die Unsicherheiten und den Goldrausch des Dotcom-Booms der späten 90er Jahre wider. Aus welchen Fehlern von damals sich die Erfolgsfaktoren für die Manager von heute ableiten lassen, erläutern die Unternehmensberater Claas de Groot und Gerd Saretzki.
Zwischen Legacy und KI: Wie Versicherer ihre IT zukunftsfähig aufstellen
Versicherer stehen vor einem technologischen Wendepunkt: IT-Landschaften sind häufig über Jahre gewachsen und entsprechend komplex, während sich Marktanforderungen und technologische Möglichkeiten rasant weiterentwickeln. Ohne konsequente IT-Modernisierung werden Versicherer weder das KI-Potenzial heben noch langfristig wettbewerbsfähig bleiben, schreibt Paolo Roberti von der Beratungsgesellschaft BIP.
Open Finance: Worauf sich Versicherer jetzt vorbereiten sollten
Mit dem sicheren Austausch von Kundendaten und der Möglichkeit zu intelligenten Analysen und innovativen Angeboten wird Open Finance den Versicherungsmarkt verändern. Noch bevor die FiDA-Verordnung in Kraft tritt, können sich Versicherer als Vorreiter der Branche positionieren, schreibt Thomas Gmelch von der Open-Banking-Plattform Tink, einer Tochter der Visa-Gruppe.
Altersvorsorge-Reform: Der Kapitalmarkt ist in den Köpfen angekommen
Mit der Reform der privaten Altersvorsorge wird der Kapitalmarkt erstmals ausdrücklich als Teil der Lösung anerkannt. Nach den Beschlüssen zum Altersvorsorgedepot kommt es nun darauf an, wer schnell einfache, kostengünstige und massentaugliche Angebote entwickeln kann, schreibt Martin Stenger vom Vermögensverwalter Franklin Templeton.
Die Problematik der unbetreuten Bestände
Im deutschen Versicherungsmarkt gibt es immer mehr unbetreute Vertragsbestände. Kurzfristig entgeht der Branche dadurch Ertragspotenzial, langfristig droht der schleichende Verlust des Kundenkontakts. Eine Lösung können Tele-Sales und Bestandsaktivierung bieten, schreibt Justus Lücke, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig und der Maklerforen Leipzig.
Digitale Reife: Branche zwischen Fortschritt und Nachholbedarf
Die Versicherungsbranche ist digitaler geworden, doch echte datengetriebene Wertschöpfung gelingt bislang nur einem kleinen Teil der Unternehmen. Es kommt darauf an, digitale Interaktionen in dauerhafte Kundenbeziehungen umzusetzen, schreiben Andreas Tzinis, Managing Consultant, und Joachim Stalph, Managing Partner bei der Beratungsgesellschaft Elaboratum.
Digitale Barrierefreiheit: Ein strategischer Hebel für Versicherer
Digitale Barrierefreiheit wird für Versicherer zunehmend zum strategischen Faktor: Sie entscheidet mit über Abbruch- und Beschwerdequoten, Kundenwahrnehmung und damit über den Erfolg des Unternehmens, schreiben die Bearing Point-Experten Tim Thorsten Mack und Tessen Fritzsche. Das Zeitfenster dafür ist günstig.
Alles im grünen Bereich?
Die europäische Green Claims Directive zur Verhinderung von Greenwashing wurde auf Eis gelegt, an ihre Stelle tritt jetzt die EmpCo-Direktive. Was ihre für den 27. September 2026 vorgesehene Umsetzung in deutsches Recht für Versicherer bedeutet, beleuchtet Carsten Zielke, Geschäftsführer von Zielke Research Consult.
Wald im Depot: Wie Versicherer reale Resilienz ins Portfolio holen
Versicherer stehen vor einem Spagat: Sie müssen Kapital langfristig, rentabel und mit möglichst wenig Risiko anlegen, gleichzeitig steigen die Erwartungen an Klimawirkung, Transparenz und Realwirtschaftsbezug. Hier kann Forstwirtschaft als Portfoliobaustein auf den Plan treten, der die Kriterien verbindet – betriebswirtschaftliche Logik, Langfristigkeit und einen Beitrag zu Dekarbonisierung und Biodiversität, schreibt Jasper Renk, Senior Investment Manager Illiquid Assets Natural Capital bei Meag, dem Vermögensverwalter der Munich Re.















