Der britische Direktversicherer Admiral übernimmt das Insurtech Flock für 80 Mio. Pfund (92 Mio. Euro). Flock ist auf Telematik-Lösungen für Flotten spezialisiert und versichert auch Lieferdienste. Mit dem Zukauf baut Admiral sein Geschäft im Gewerbe- und Industriekundensegment aus, in dem er bislang nur eine kleine Rolle spielte. Zu den Verkäufern der Flock-Anteile gehören Carsten Maschmeyer und Christopher Lohmann.
Versicherer
Rätselraten um Versicherer-Beteiligung an Amprion
Mitglieder des Konsortiums M31, das die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion hält, prüfen offenbar einen Teilausstieg. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. An M31 sind Versorgungseinrichtungen der Ärzteschaft, Versicherer wie Talanx, Versicherungskammer Bayern und Swiss Life sowie der zur Munich Re zählende Vermögensverwalter Meag beteiligt. Es wäre nicht das erste Mal, dass es Bewegung im Gesellschafterkreis von Amprion gibt.
ÖRAG befördert zwei Provinzial-Urgesteine
Der Rechtsschutzversicherer ÖRAG gehört seit einigen Monaten zum Provinzial-Konzern. Aus den Reihen des Mutterunternehmens hat die ÖRAG nun zwei langjährige Kollegen befördert. Jörg Funck wird Vorstand, Christian Schäfer Generalbevollmächtigter. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei Aon, Adesso und der Rechtsanwaltskanzlei Norden.
Munich Re: Abnehmspritzen gehören in die Risikobewertung
Die Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsabnahme sollte bei der Risikobewertung in der Lebensversicherung berücksichtigt werden, da sie Auswirkungen auf die Mortalität haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Munich Re Life US auf Basis einer Studie in den USA. Versicherer, die das Thema ignorieren, könnten Nachteile im Wettbewerb erleiden, warnt der Rückversicherer. Elektronische Patientenakten hält er für eine gute Datenquelle.
Descartes will in Deutschland wachsen
Der französische Assekuradeur Descartes möchte in Deutschland und Österreich stärker Fuß fassen – und hat deswegen mit Felix Dalheimer einen Beauftragten für diese Länder eingestellt. Dabei ist das Unternehmen, das sich vor allem mit parametrischen Lösungen einen Namen gemacht hat, im deutschsprachigen Raum längst aktiv. Ein paar ungefüllte Lücken sieht Descartes aber noch.
Fitch: Mehr Run-off-Deals in diesem Jahr
Der Markt für die Übertragung von geschlossenen Lebensversicherungsbeständen könnte nach einer längeren Flaute in diesem Jahr wieder in Schwung kommen. Die Ratingagentur Fitch rechnet mit einer Handvoll bedeutender Transaktionen mit einem Volumen von mindestens 25 Mrd. Euro. Nach einer längeren, unfreiwilligen Neugeschäftspause steht Marktführer Viridium wieder in den Startlöchern.
Riester-Reform: Kostendeckel auf dem Prüfstand
In zwei Wochen soll sich der Bundestag mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge beschäftigen. Vorgesehen ist unter anderem ein neues Altersvorsorgedepot ohne Garantien, die Effektivkosten bei sogenannten Standarddepots sollen bei 1,5 Prozent gedeckelt werden. Die Bundesregierung hat jetzt eine Prüfung angekündigt, ob dieser Satz gesenkt werden muss. Sie reagiert damit auf eine Forderung des Bundesrats. Die Länder hatten auch die Einführung eines „echten“, staatlich organisierten Standardprodukts angeregt.
Rollinger: Angst vor KI ist ein schlechter Ratgeber
Norbert Rollinger hält die Sorge vor Jobverlust durch künstliche Intelligenz (KI) für unbegründet. Beschäftigte sollten die Technologie als Chance und nicht als Bedrohung sehen, sagte der GDV-Präsident und R+V-Chef vor Journalisten in Frankfurt. Umbrüche habe es immer gegeben. Arbeitsplätze hätten sich dabei zwar gewandelt, seien aber nicht verschwunden.
Ostangler und Schwarzwälder wollen fusionieren
Die Versicherungsvereine Ostangler Brandgilde und Schwarzwälder Versicherung wollen sich zusammenschließen. Im Laufe des Jahres 2026 soll die Fusion abgeschlossen sein. Damit wollen die Gesellschaften ihre Kräfte bündeln und die Verwaltung straffen. Der Zusammengang ist auch eine Reaktion auf die wachsenden Herausforderungen im Versicherungsmarkt. Zuvor war die Ostangler bereits mit der Landesschadenhilfe fusioniert.
Medgate bietet Videosprechstunde für privatversicherte Kinder an
Der Telemedizin-Anbieter Medgate hat ein spezielles Angebot für Kinder entwickelt, das auf den Markt der privaten Krankenversicherung ausgerichtet ist. „Kids Line“ ermöglicht den Eltern bei einer Erkrankung des Nachwuchses, per App eine Ärztin oder einen Arzt für eine medizinische Ersteinschätzung zu kontaktieren. Das Angebot ist zunächst bei der Debeka zum Einsatz gekommen und gehört dort inzwischen zum Standardangebot. Jetzt bietet Medgate es allen PKV-Unternehmen an.
Erneuter Abgang in der Roland-Führung
Sebastian Lütje, Chief Digital Officer beim Rechtsschutzversicherer Roland und Geschäftsführer der Tochter Roland Assistance, verlässt das Unternehmen. Roland bestätigte entsprechende Informationen des Versicherungsmonitors. Der Versicherer ist zurzeit auf der Suche nach einem Vorstand mit IT-Expertise. Außerdem: Christian Pape startet bei der ALH seine neue Rolle als Verantwortlicher der Ressorts Vertrieb und Marketing. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, bei Verka, Ver.de, sowie Cybercube.
EU Data Act: Der Preis ist entscheidend
Die EU-Richtlinie „EU Data Act“ könnte für Bewegung in der Kfz-Versicherung sorgen. Sie verpflichtet Autohersteller, Fahrzeugdaten auf Wunsch des Kunden an Dritte herauszugeben – auch an Versicherer. Das eröffnet vor allem Autoversicherern neue Möglichkeiten, insbesondere bei der Entwicklung von Telematik-Tarifen, glaubt Dennis Heinig, leitender Berater bei der Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss. Dabei sei vor allem der Preis der Daten entscheidend.
Acorn: Komplette Schadenbearbeitung per KI
Eigentlich ist der britische Spezialversicherer Acorn bekannt dafür, viele der berühmten Londoner schwarzen Taxis zu versichern. Jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, im gesamten Unternehmen KI-Agenten in der Schadenbearbeitung zu nutzen. Die Technologie des norwegischen Experten Simplifai wird bei der Bearbeitung, Betrugserkennung und Kostenmanagement genutzt. Derweil machen Berichte die Runde, dass die Eigentümer von Acorn über einen möglichen Verkauf von Anteilen nachdenken.
MSK: Captives sind gekommen, um zu bleiben
Firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, werden für Unternehmen immer beliebter, um Risiken zu managen. Laut der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) gab es in den vergangenen zwei Jahren in Europa 60 Captive-Gründungen. Das Prämienvolumen steigt kontinuierlich, wenn auch langsamer als der Gesamtmarkt.














