Nachfrage nach Rückversicherungen nimmt ab

Einkäufer AMB Generali sieht schrumpfenden Basismarkt

Von Anja Krüger, Köln Uneinigkeit besteht derzeit über die Entwicklung des Rückversicherungsmarktes. Rückversicherungseinkäufer des Konzerns AMB Generali Heiner Lüttgens ist davon überzeugt, dass die Nachfrage von Erstversicherern nach Rückversicherungsschutz sinken wird. „Der Basismarkt schrumpft, es gibt immer weniger Haushalte oder Autos“, sagte er bei einer Tagung des Instituts für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln. Auch die Konsolidierungsprozesse innerhalb der Erstversicherung führten zu einem abnehmenden Bedarf. Konglomerate von Erstversicherern könnten durch Diversifizierung und internen Ausgleich auf Deckung verzichten, meint er.

Die Rückversicherer glauben nicht daran, dass ihr Markt sich verkleinert. Seit Jahrzehnten würde davon gesprochen, dass der Bedarf an Rückversicherung abnehme, sagte Wilhelm Zeller, Vorstandsvorsitzender des weltweit viertgrößten Rückversicherers Hannover Rück. „Aber das Volumen hat sich alle zehn Jahre verdoppelt.“ Bei hohen Preisen würden die Unternehmen ihre Selbstbehalte erhöhen, bei sinkenden Preisen aber umsteuern. Die Kapazität im Rückversicherungsmarkt steige zur Zeit ständig, die Spitze des aktuellen Preiszyklus sei 2004 erreicht worden.

„Das Marktverhalten ist noch diszipliniert“, sagte Peter Gerhardt, Chef des Rückversicherers Axa Re. Die Preise fielen in einzelnen Bereichen, etwa für die Deckung von Katastrophenschäden. Auskömmlich tarifierte Risiken könnten doppelt am Markt platziert werden, untertarifierte hätten Schwierigkeiten. Gerhardt: „Aber die Messlatte senkt sich.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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