AIG erschreckt Investoren mit Auslandsproblemen

Aktie fällt nach Bekanntgabe der Quartalszahlen

Von Herbert Fromme, Köln Die Aktie des Versicherers American International Group (AIG) hat gestern auf Grund eines Gewinneinbruchs mit einem Kursverlust von 4,7 Prozent den schärfsten Rückgang seit April 2005 erlebt. Der Rücktritt von Unternehmenschef Maurice Greenberg hatte die Aktie damals belastet.

Der Versicherer legte gestern unter seinem neuen Vorstandsvorsitzenden Martin Sullivan Zahlen für das erste Quartal vor. Der Gewinn fiel um 15,9 Prozent auf 3,2 Mrd. $. Investoren waren besonders überrascht über den Rückgang des Ergebnisses aus dem internationalen Lebensversicherungsgeschäft.

Sie fürchten, dass dies ein Ergebnis der Turbulenzen von 2005 ist. Greenberg musste gehen, weil die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft und andere Behörden ihm Bilanzschönung vorgeworfen hatten. Greenberg hatte sehr gute Beziehungen nach Asien. Dort liegen die wichtigsten Auslandsmärkte der AIG. „Alle machen sich Sorgen um das Auslandsgeschäft wegen des Abgangs von Greenberg“ , sagte Jim Albers vom Vermögensverwalter Victory Capital, die insgesamt 56 Mrd. $ verwaltet, der Agentur Bloomberg.

Die Analysten von JP Morgan dagegen glauben, dass AIG „auch auf lange Sicht überlegenes Wachstum bei den Gewinnen zeigen wird“. Sie erwarten, dass die internationalen Lebensversicherungstöchter einen entscheidenden Beitrag zu der Entwicklung leisten werden. Im ersten Quartal 2006 gingen die Gewinne aus diesem Segment allerdings zurück. AIG-Chef Sullivan erklärte das mit dem schwächeren Kurs des Yen und höheren Abschreibungen auf Vertriebskosten. Dazu kommen Verluste aus dem Kreditkartengeschäft in Taiwan, die in diese Sparte fallen.

Die gesamten Prämieneinnahmen des Konzerns stiegen um 4,3 Prozent auf 11,3 Mrd. $.Euro

Zitat:

„Alle machen sich Sorgen um das Auslandsgeschäft“ – Jim Albers,Victory Capital –

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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