Axa Deutschland umwirbt Kunden und Vertreter

Versicherer strebt Wachstum durch neue Produkte an

Von Herbert Fromme, Köln Axa Deutschland will den Stamm von heute 3000 Vertretern ausbauen und mit neuen Produkten wachsen. Die Versicherungsgruppe wolle ein „fairer und verlässlicher Partner“ für Vertreter und Makler und ein „menschlicher Versicherer“ für Kunden sein, sagte Eugène Teysen, Konzernchef in Deutschland.

Damit versucht die Tochter des Pariser Axa-Konzerns, die jahrelange Wachstumsschwäche zu überwinden. Unter Vorgänger Claus-Michael Dill, der im August 2005 den Konzern verlassen musste, trimmte Axa rigoros die Kosten, „eine große Leistung des Managements“, so Teysen. Jedoch verlor die Gruppe gleichzeitig Marktanteile und Vertriebsleute. Das will Teysen auf Weisung von Axa-Weltchef Henri de Castries ändern. „Wir wollen stärker und schneller wachsen.“ Allerdings werde das nur auf profitabler Basis geschehen.

Vorwürfe von Wettbewerbern, die Axa suche im Industrie-, Firmen- und Autogeschäft mit Niedrigstpreisen Marktanteile, wies das Management zurück. „Unsere Vertreter finden nicht, dass unsere Preise niedrig sind“, sagte Vertriebschef Wulf Böttger.

Das überdurchschnittliche Wachstum soll aus Innoviationen kommen – wie ein Rabatt für Fahranfänger und ein Frühbucherrabatt von fünf Prozent für Autofahrer, die schon jetzt einen Vertrag für 2007 kaufen. In der Lebensversicherung setzt Axa große Hoffnungen auf Twin Star, eine Rentenversicherung auf Fondsbasis mit Garantie. Bisher hat der Konzern das auf US-Vorbild beruhende Angebot 6500-mal verkauft.

Für 2005 konnte Teysen gute Zahlen melden. Die Überwindung der Altlasten des Lebensversicherers, gute Ergebnisse im Schaden- und Unfallgeschäft sowie hohe Kapitalerträge führten zu einem Gewinn nach dem Bilanzstandard IFRS von 356 Mio. Euro, verglichen mit 56 Mio. Euro für 2004. Die Prämieneinnahmen stiegen um 1,5 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro.

Zitat:

„Wir wollen stärker und schneller wachsen“ – Eugène Teysen, Axa –

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

Diskutieren Sie mit