VK Bayern sieht Großfusionen bei Versicherern

Öffentliche Institute unter Konsolidierungsdruck

Von Herbert Fromme, München Zwischen den großen Gruppen der öffentlichen Versicherer wird es in absehbarer Zeit Fusionen oder enge Kooperationen geben. Diese Einschätzung äußerte Friedrich Schubring-Giese, Chef der Versicherungskammer Bayern (VKB). „90 Prozent der Beitragseinnahmen der öffentlichen Versicherer erzielen die fünf größten Gruppen“, sagte er. Die bisherigen Fusionen hätten vor allem kleinere und mittelgroße Gruppen umfasst. Jetzt seien die Großen dran. „Ich gehe davon aus, dass es weitergeht“, so Schubring-Giese.

Die öffentlichen Versicherer arbeiten wie die Sparkassen nach dem Regionalprinzip und gehören meistens zu Sparkassenverbänden. In jüngster Vergangenheit fusionierten die Versicherer in Münster und Kiel sowie in Stuttgart und Wiesbaden; Bayern übernahm das Saarland und Berlin.

Die Versicherungskammer Bayern ist mit 5,37 Mrd. Euro Prämieneinnahmen im Jahr 2005 – ein Plus von 3,6 Prozent – größter öffentlicher und trotz regionaler Beschränkung einer der zehn größten Versicherer Deutschlands. Die Gruppe ist Marktführer in Bayern mit 19 Prozent Anteil. Auch die Consal-Gruppe gehört zur Versicherungskammer, sie bietet bundesweit für die öffentlichen Versicherer private Krankenversicherung an.

Die VKB plant keinen Personalabbau, will aber für das geplante weitere Wachstum die Belegschaft von jetzt 7100 nicht ausbauen. Der Konzern konnte 2005 sein Ergebnis vor Steuern von 149 Mio. Euro auf 210 Mio. Euro erhöhen, nach Steuern von 75 Mio. Euro auf 90 Mio. Euro – beides trotz einer Stärkung der Pensionsrückstellungen um 48 Mio. Euro. Für 2006 erwartet Schubring-Giese ein Wachstum „deutlich über dem Markt“. In den ersten fünf Monaten betrug der Zuwachs 5,8 Prozent, die Branche gehe von einem Plus von einem Prozent für das Jahr aus.

In der Lebensversicherung setzt die VKB künftig vermehrt auf Rentenversicherungen einschließlich Riester-Policen. In der Krankenversicherung stehe die Zusatzversicherung im Fokus, im Bereich Schaden-Unfall die Unfallversicherung sowie „Cross-Selling-Aktivitäten auf Grund unseres umfangreichen Gebäudebestands“. Außerdem will die VKB Gewerbeversicherungen intensiver verkaufen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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