Talanx wildert heftig bei der Konkurrenz

Versicherer kooperiert mit Sparkassen im Vertrieb

Von Herbert Fromme, Hilden Der Talanx-Konzern macht den Sparkassenversicherern in deren wichtigstem Vertriebskanal immer erfolgreicher Konkurrenz. „Unsere Gesellschaft Neue Leben hat exklusive Vertriebskooperationen mit sieben Sparkassen und arbeitet jetzt mit weiteren 100 zusammen“, sagte Talanx-Vorstandsmitglied Norbert Kox in Hilden.

Kox ist zugleich Chef der Proactiv Holding, in der Talanx die Versicherer CIV, PB und Neue Leben gebündelt hat. Sie arbeiten mit Citibank, Postbank und Sparkassen zusammen. Mit 2,6 Mrd. Euro Prämie machen die Proactiv-Gesellschaften mehr als 13 Prozent des Talanx-Umsatzes (einschließlich Rückversicherung) aus. „Nach der R+V sind wir die Nummer zwei im deutschen Bancassurance-Markt“, sagte Kox.

Das Neugeschäft habe sich 2006 auf 270 Mio. Euro Jahresprämienäquivalent belaufen. R+V kam auf 430 Mio. Euro, die Allianz nur auf 224 Mio. Euro, sagte Kox. Die einzelnen regionalen Sparkassenversicherer sind kleiner, jedoch zusammen mit über 500 Mio. Euro Jahresprämienäquivalent Marktführer.

Zum Vergleich: Die Neue Leben der Talanx kam 2006 auf 73 Mrd. Euro.

Kox geht davon aus, dass die gerade um 15 Jahre verlängerte Kooperationsvereinbarung von Talanx und Postbank auch nach einem Verkauf der Bank Bestand hat. Zu Spekulationen, ein Käufer der Bank könnte sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag freikaufen, wollte er nichts sagen.

Talanx hatte im Sommer 2007 die Postbank-Tochter BHW Leben sowie den Anteil der Bank am Gemeinschaftsunternehmen PB Versicherung für 550 Mio. Euro gekauft. Dazu müsste man den Talanx-Anteil an der PB Leben sowie ein „Schmerzensgeld“ rechnen, hieß es in Branchenkreisen. Allerdings sei klar, dass bei einem hohen Milliardenkaufpreis für die Postbank „eine solche Summe letztlich kein Hinderungsgrund“ sei.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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